Staplerschein wie schwer?

Was heißt hier schwer? Gut machbar trifft es schon eher!

 

Was ist schon schwer, wenn man das Ziel – den Staplerschein – vor Augen hat, etwas erreichen will. Immerhin ist Staplerfahren eine verantwortungsvolle Aufgabe. Der Gesetzgeber schreibt die Mindestzahl der Ausbildungsstunden vor und weist den einzelnen Sachgebieten spezielle Unterrichtseinheiten (UE) zu.

Staplerschein

LEHRINHALTE FÜR DEN STAPLERFÜHRERSCHEIN

Welche Inhalte die Mindest- Ausbildung umfasst, ist exakt festgehalten. Es werden wichtige Kenntnisse zur Nutzung und Pflege von Hubstaplern vermittelt.

 

4 UE.                     Grundbegriffe der Elektrotechnik und der Mechanik,

4 UE.                     Funktionen eines Hubstaplers u. dessen mechanischer und elektrischer Ausrüstung,

4 UE.                     rechtliche Bedingungen wie Arbeitnehmerschutzvorschriften,

3,5 UE.                  Kenntnisse über Betrieb und Wartung,

2 UE.                     Sicherheitseinrichtungen des Hubstaplers,

2 UE.                     zur freien Verfügung,

1 UE.                     Praxis.

 

Die Gesamtzahl der UE muss mindestens 20,5 UE betragen, wobei eine UE mindestens 50 Unterrichtsminuten betragen muss.

 

Wie schnell sich jeder nach dem Erhalt der Unterlagen auf das abschließende Seminar zum Staplerschein vorbereitet, bleibt der Eigeninitiative überlassen. Sicher ist, dass es gut tut, einen Partner wie Staplerschein Österreich an der Seite zu haben, das verkürzt das Procedere und steigert die Chancen nach bestandener Prüfung mit dem Staplerschein im Scheckkartenformat den Heimweg anzutreten.

Staplerschein Kurs

Staplerschein Kurse

Übrigens der Staplerschein begleitet Sie ein Leben lang, er ist unbeschränkt gültig. Darf aber nicht heißen, dass er bei entsprechender Verfehlung vorübergehend oder auf Lebenszeit entzogen werden kann.

www.staplerschein-oesterreich.at

Staplerschein Österreich


Mit Führerscheinklasse „F“ein Flurförderzeug steuern

Mit Führerscheinklasse „F“ein Flurförderzeug steuern

 

Das Einsatzgebiet für Hubstapler ist hauptsächlich die innerbetriebliche Logistik, doch auch beim Be- und Entladen von Lkw oder anderen Fahrzeugen sind die selbstfahrenden Arbeitsmittel (Flurförderzeuge) die 1. Wahl. Hierbei kommen Stapler mehr oder weniger regelmäßig mit dem Verkehr auf öffentlichen Straßen in Kontakt. Wenn z. B. die Be- oder Entladung nicht an der Firmenrampe, sondern bedingt durch besondere Umstände auf einem öffentlichen Parkplatz oder einer Zufahrtsstraße durchgeführt werden muss.

 

Hubstapler im öffentlichen Verkehr

Diese Tätigkeiten bilden ein besonderes Risiko nicht nur für die andere Verkehrsteilnehmer, daher unterliegen sie auch weiteren rechtlichen Bedingungen.

 

Werden mit einem Hubstapler öffentliche Verkehrsflächen befahren, so treten das Kraftfahrgesetz und das Führerscheingesetz in Kraft. Demnach wird für Stapler bis 3,5 t ein Führerschein der Klasse B und für Stapler über 3,5 t ein Führerschein der Klasse C oder F verlangt, wenn öffentliche Verkehrsflächen mit dem Arbeitsmittel befahren werden. Der Hubstapler muss in diesem Fall auch über technische Ausstattungen verfügen, die die Verkehrstauglichkeit garantieren. Dazu gehören zum Beispiel Blinker, Abblendlicht, Bremslicht usw.

 

Führerscheine

Klasse B: Kraftwagen mit nicht mehr als acht Plätzen für beförderte Personen außer dem Lenkerplatz und mit einer höchsten zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 3.500 kg

Klasse F: Selbstfahrende Arbeitsmaschinen mit einer Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 50 km/h.

 

Ausnahmeregelung

Das Kraftfahrzeuggesetz und das Führerscheingesetz finden beim Befahren öffentlicher Straßenflächen in zwei Ausnahmefällen keine Anwendung. Erstens, wenn diese nur überquert werden, beziehungsweise der Stapler kurze oder gekennzeichnete Baustellenabschnitte befährt. Und zweitens, wenn der Stapler aufgrund seiner Bauart eine maximale Geschwindigkeit von 10 km/h erreichen kann und dies auch hinten am Stapler gekennzeichnet ist.

 

Definition der öffentlich-rechtlichen Verkehrsräume

Das sind Straßen, Wege und Plätze, die dem öffentlichen Straßenverkehr dienen und der Allgemeinheit zu Verkehrszwecken offenstehen. Also Autobahnen, Landstraßen, kommunale Straßen, Radwege und Bürgersteige, öffentliche Parkplätze usw. Diese Flächen gehören in der Regel dem Staat, sind also nicht in privatem Besitz.

 

Wichtige Hinweise:

  • Der Verkehr auf einer öffentlichen Straße ist nicht öffentlich, solange sie durch Absperrschranken oder ähnliche wirksame Mittel für alle Verkehrsarten gesperrt ist, z. B. wegen Bauarbeiten.

 

  • Promillegrenze, etc.: Es gilt im öffentlichen als auch im innerbetrieblichen Verkehr, dass Hubstapler unter Alkohol-, Drogen- oder Medikamenteneinfluss nicht gefahren werden dürfen.

 

  • Gültigkeit: Ist ein Staplerschein immer gültig? Der Staplerschein ist zeitlich unbegrenzt gültig, da heißt aber nicht, dass er auch bei Verfehlungen eingezogen werden kann.

 

WICHTIG:

Mehr auch unter: https://www.recht-empfinden.at/blog/2019/02/11/haftungsfragen-bei-der-benutzung-von-hubstaplern/

 

 

 

 

 

 

 

 


Stapler oder Kran? Das ist hier die Frage!

Stapler oder Kran? Das ist hier die Frage!

 

Hubstapler sind vielseitig einsetzbar. Ihr klassisches Spezialgebiet das Anheben, Befördern und Absetzen von Teil- oder Endprodukten auf Paletten oder in Boxen. Doch diese kleinen, wendigen Kraftprotze mit einer auf Leistung getrimmten Elektrik und Hydraulik, können noch viel mehr leisten.

 

Anbaugeräte in Kombination

Zahlreiche Anbaugeräte, speziell für den Einsatz an Hubstaplern entwickelt, bieten Funktionen an, die nicht nur die Produktivität erweitern, sondern neue Aufgabenbereiche erschließen, deren Ausmaß selbst den Gültigkeitsbereich des Staplerscheins überschreitet.

 

Anbaugeräte, die sowohl ohne Antrieb als auch mit hydraulischem oder elektrischem Antrieb – je nach gefordertem Einsatz – geliefert werden können. Diese Kombinationen erweitern den Einsatzbereich der Hubstapler.

 

Den Gesamtschwerpunkt beachten

Bei der Verwendung von Anbaugeräten ist darauf zu achten – der Gesamtschwerpunkt des Hubstaplers verschiebt sich. Dieser Schwerpunkt liegt ohne Last (Anbaugerät) etwa unter dem Fahrersitz und verschiebt sich mit Last nach vorn, die Tragfähigkeit verringert sich. Anbaugeräte können bis zu 800 kg wiegen, dies muss beim Anheben einer Last mit einem Anbaugerät stets zu berücksichtigen werden.

 

Mehr Einsatzmöglichkeiten – mehr Verantwortung

Die Kombination Hubstapler/Anbaugerät muss stimmig sein – hinsichtlich der Tragfähigkeit, der Befestigung und den Hydraulikanschlüssen. Bevor das Gerät benutzt werden darf, ist eine spezielle Unterweisung des Staplerfahrers erforderlich, dabei ist die jeweilige Betriebsanweisung zu beachten.

 

Stapler oder Kran – der Schein

Wenn der Hubstapler durch den Einsatz von Anbaugeräten zum Kran wird, dann greifen Teile der

Rechtsvorschrift für Fachkenntnisnachweis-Verordnung, Fassung vom 15.05.2021 – hier der:

 

Nachweis der Fachkenntnisse

  • 4. (1) Der Nachweis der für die Durchführung von Arbeiten gemäß § 2 erforderlichen Fachkenntnisse im Sinn des § 62 Abs. 1 Z 2 i. V. m. Abs. 2 und 4 ASchG gilt als erbracht, wenn

 

  1. der erfolgreiche Abschluss einer Ausbildung, die die Voraussetzungen nach dieser Verordnung erfüllt, durch ein Zeugnis gemäß § 11 bestätigt wird, oder
  2. die jeweiligen Fachkenntnisse durch ein Abschlusszeugnis einer Unterrichtsanstalt gemäß § 15 nachgewiesen werden.

 

(4) Entspricht beim Führen von motorisch betriebenen selbstfahrenden Arbeitsmitteln mit wechselbarer Zusatzausrüstung zum Einsatz als Kran oder als Hubstapler (Kran-Stapler-Kombinationsgeräte) der durchzuführende Arbeitsvorgang

 

  1. dem Führen von Kranen, ist der Nachweis der Fachkenntnisse für das Führen von Kranen erforderlich,
  2. dem Führen von Hubstaplern, ist der Nachweis der Fachkenntnisse für das Führen von Hubstaplern erforderlich.

 

Im Klartext heißt das: Gabelstapler Anbaugeräte wie Kranhaken, Kranarme und Traversen machen einen Fachkenntnisnachweis für das Führen von Kranen erforderlich – der Staplerschein ist in diesem Fall nicht gültig.

 

Kran-Anbaugeräte

Dort, wo Lasten von oben gefasst werden, kommen Krane zum Einsatz. Mit Lasthaken oder Kranarm wird der Hubstapler in wenigen Minuten zu einem mobilen Kran. Mit einem zum Kran gewandeltem Stapler lassen sich Fertigteile, Big-Bags und schwere Behälter wirtschaftlich anheben und transportieren.

 

Kranhaken

Eine einfache Lösung bestehend aus Kranhaken oder Lasthaken, der auf die Gabelzinken gesteckt und gesichert wird. Die Tragfähigkeit kann zwischen 500 kg und rund 8.000 kg liegen.

 

Teleskop-Kranarme

Teleskopierbare Kranarme bestehen aus einem starren äußeren Kranarm und einem innenliegenden ausziehbaren Teil. Der ausziehbare Teleskopteil wird in jeweiliger Position mit Steckbolzen gesichert. Einige Teleskop-Kranarme können direkt am Hubgerüst befestigt werden.

 

Quelle: RIS Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Fachkenntnisnachweis-Verordnung, Fassung vom 15.05.2021

Staplerschein

 

 

 

 

 

 

 


Hubstapler und die verpflichtende „Tägliche Einsatzprüfung“

Staplerschein Österreich

 

Hubstapler und die verpflichtende „Tägliche Einsatzprüfung“

 

Für jeden Flugzeugkapitän und seinen Co-Piloten ist der ausführliche Check seines Flugzeugs vor jedem Start eine Selbstverständlichkeit – ein Muss. Was am Rollfeld mit einer ausführlichen Sichtkontrolle beginnt, endet im Cockpit mit der Abarbeitung einer umfangreichen Checkliste. Sicherheit hat ihren Preis und kostet Zeit nicht nur bei hochsensiblen Flugzeugen.

 

Hubstapler sind die „Arbeitspferde“ der Logistikbranche, sind zugleich hochkomplexe selbstfahrende Arbeitsgeräte. Elektronik, Mechanik und Hydraulik greifen nahtlos ineinander, funktionieren, um größere Lasten zu heben und von A nach B zu transportieren, um sie dort passgenau abzusetzen oder einzulagern. Auch hier ist der Faktor Sicherheit unverzichtbar – vom Gesetzgeber fixiert in einer „Sicht- und Funktionsprüfung“ des Staplers.

 

Betriebssicherheit

Um die Betriebssicherheit eines Hubstaplers zu gewährleisten, ist der Staplerfahrer verpflichtet, vor der täglichen Arbeitsaufnahme eine Sicht- und Funktionsprüfung des Staplers durchzuführen. Dieser Zeitaufwand ist offizieller Teil der regulären Arbeitszeit.

 

Sichtprüfung

Bei der Sichtprüfung rund um den Stapler geht es zunächst einmal um den äußeren Zustand:

 

  • Sind erkennbare Beschädigungen an Karosserie oder Hubmast vorhanden?
  • Ist die Bereifung in Ordnung – gibt es Schäden oder Fremdkörper in den Reifen – sind die Radmuttern richtig angezogen – stimmt der vorgeschriebene Luftdruck bei der Bereifung?
  • Zeigen Gabelzinken Beschädigungen und sind sie ordnungsgemäß gesichert?
  • Ist eine Anhängevorrichtung beschädigt?
  • Ist die Lastketten-Spannung gleichmäßig und ausreichend?
  • Sind Fahrerschutzdach und die Befestigung im ordnungsgemäßen Zustand?
  • Ist das Lastschutzgitter fehlerlos?
  • Hydrauliköl – richtiger Füllstand? Tropft oder tritt Hydrauliköl aus?
  • sind die Luftfilter bei Verbrennungsmotoren sauber?
  • Sind die Pedale abrutschsicher?
  • Staplern mit Gasabtrieb – sind die Flaschen sicher befestigt, Anschlüsse festgezogen/dicht?
  • je nach Antriebsart – Kontrolle der Füllstände von Kühlwasser und Motoröl bzw. Kontrolle der Batteriespannung.

 

Funktionsprüfung

Es kann vorkommen, dass irgendetwas nicht ordnungsgemäß funktioniert. Deshalb ist es wichtig, dass selbst kleine Unregelmäßigkeiten rechtzeitig bemerkt bzw. erkannt werden.

 

  • Sind Beleuchtung, Hupe und ggf. akustischer Rückfahrwarner funktionstüchtig?
  • Ist das Lenkungsspiel maximal zwei Finger breit?
  • Funktionieren Betriebs- und Feststellbremse nach Vorschrift?
  • Ist die Führung des Lastaufnahmemittels in Ordnung? Gibt es eventuelle Unregelmäßigkeiten in der Führung beim Ausfahren bis Maximalstellung?
  • Ist die Abgasanlage dicht?
  • Tritt bei Neutralstellung des Hydrauliksystems kein Nachsenken auf?

 

Tritt ein Fehler am Stapler auf, ist es im Notfall sicherer, den Vorfall zu melden und den betroffenen Stapler bis zur Klärung der Situation vorübergehen stillzulegen, bevor ernsthafte Schäden an Personen oder dem Stapler entstehen.

 

Teile einer Kette

Hubstapler müssen zu jeder Zeit zuverlässig Lasten heben und transportieren, sind fast ständig in Bewegung – in vielen Unternehmen an 360 Tagen im Jahr und dann noch rund um die Uhr. Die Beanspruchungen dieser kleinen Kraftpakete sind enorm, setzt voraus, dass das Zusammenspiel von Antrieb, Lenkung, Elektrik, Elektronik, Mechanik und Hydraulik in jeder Phase perfekt ist, fehler- und reibungslos zu funktionieren hat – keine Schwachstellen aufweist.

 

Verhängnisvolle Fehleinschätzung

Wenn am Vortag ein Gabelstapler im voll funktionstüchtigen Zustand abgestellt wurde, heißt das nicht automatisch, dass er auch heute noch voll einsatzfähig ist und ohne Kontrolle eingesetzt werden kann bzw. darf. Auch hier gilt, um die Betriebssicherheit eines Hubstaplers zu gewährleisten, ist der Staplerfahrer verpflichtet, vor der täglichen Arbeitsaufnahme eine Sicht- und Funktionsprüfung des Staplers durchzuführen.

Die geforderte tägliche Kontrolle ist weder Schikane noch eine Fleißübung, sie ist eine absolute Pflicht!

 

Gefahren lauern

Folgende Kriterien können sich auf die geforderte reibungslose Funktionsweise des Staplers auswirken:

  • Witterungseinflüsse – Kälte, Hitze oder Feuchtigkeit,
  • Verschleiß: Glühbirnen, Reifen oder Bremsen.

 

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Auf den Hubstapler gemünzt, hat diese alte Redewendung immer und zu jeder Zeit ihre Rechtfertigung.

Türkisch Staplerschein

Ungarisch Staplerschein

 


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Staplerschein + Fahrbewilligung und innerbetriebliche Betriebsanweisung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage zur Fahrbewilligung von Flurförderfahrzeugen, evtl. können Sie mir weiterhelfen.

Für Stapler mit Fahrersitz benötigt man Staplerschein + Fahrbewilligung und auch eine innerbetriebliche Betriebsanweisung?

Für Flurförderfahrzeuge wie beispielsweise Stapler mit einer hochklappbaren Plattform (Stehstapler) benötigt man ebenfalls Staplerschein + Fahrbewilligung und innerbetriebliche Betriebsanweisung?

Meine Hauptfrage nun – benötigt man für deichselgeführte Stapler (Geh-Flurförderfahrzeuge) ebenfalls eine Fahrbewilligung oder in diesem Fall nicht und hat die Fahrbewilligung etwas mit dem Gewicht des Arbeitsgerätes zu tun?

Es wäre sehr freundlich, wenn Sie meine Fragen beantworten könnten.

Vielen Dank vorab !

ANTWORT:

Sehr geehrter Herr XY

Wir danken Ihnen für Ihre freundliche Anfrage, die wir im Detail nachstehend beantworten. Vorab die gesetzlichen Vorgaben:

Betriebsanweisung

Die Verpflichtung zur Erstellung von Betriebsanweisungen ist in § 23 (2) Arbeitsmittelverordnung (AM-VO) „Selbstfahrende Arbeitsmittel, Ladevorrichtungen“ geregelt.

„Für die Benutzung von selbstfahrenden Arbeitsmitteln sind unter Berücksichtigung der betrieblichen Gegebenheiten schriftliche Betriebsanweisungen zu erstellen. Für die Einhaltung der Betriebsanweisungen ist zu sorgen. Durch diese Betriebsanweisungen sind die notwendigen Maßnahmen im Sinne des Abs 1(Hinweis: Abs. 1 fordert die sichere Abwicklung des innerbetrieblichen Verkehrs) festzulegen, insbesondere Sicherheits- und Verkehrsregeln

  1. für das Aufnehmen, die Sicherung, den Transport und das Absetzen von Lasten,
  2. für das Be- und Entladen des Arbeitsmittels,
  3. gegebenenfalls für den Transport von Personen
  4. gegen die Inbetriebnahme des Arbeitsmittels durch Unbefugte,
  5. für den Fahrbetrieb,
  6. für die In- und Außerbetriebnahme“

Weiters müssen nach § 8 der AM-VO selbstfahrende Arbeitsmittel nur verwendet werden, wenn die wiederkehrenden Prüfungen durchgeführt wurden. Besteht eine Prüfpflicht nach dem Kraftfahrgesetz (KFG), so gilt diese.

 

Fahrbewilligung

Mit dem Führen eines selbstfahrenden Arbeitsmittels dürfen nur Personen beschäftigt werden, die über eine Fahrbewilligung im Sinne des § 33 AM-VO verfügen und besonders unterwiesen wurden. Bei Einsatz von betriebsfremden Arbeitnehmern muss zusätzlich zur Fahrbewilligung des Arbeitgebers auch eine Fahrbewilligung des für die Arbeitsstätte verantwortlichen Arbeitgebers vorhanden sein.

 

Für das Fahren mit Gabelstaplern braucht man einen Staplerschein und eine Fahrbewilligung.  Die Fahrbewilligung darf natürlich nur erteilt werden, wenn auch ein Staplerschein vorhanden ist.

 

Fragen

Für Stapler mit Fahrersitz benötigt man Staplerschein + Fahrbewilligung und auch eine innerbetriebliche Betriebsanweisung? Das ist so richtig: Staplerschein, Fahrbewilligung und Betriebsanweisung sind Pflicht!

 

Für Flurförderfahrzeuge wie beispielsweise Stapler mit einer hochklappbaren Plattform (Stehstapler) benötigt man ebenfalls Staplerschein + Fahrbewilligung und innerbetriebliche Betriebsanweisung? Das ist so richtig: Staplerschein, Fahrbewilligung und Betriebsanweisung sind Pflicht

Meine Hauptfrage nun – benötigt man für deichselgeführte Stapler (Geh-Flurförderfahrzeuge) ebenfalls eine Fahrbewilligung oder in diesem Fall nicht und hat die Fahrbewilligung etwas mit dem Gewicht des Arbeitsgerätes zu tun? Nachstehend die Besonderheiten für deichselgeführte Stapler.

 

Deichselgeführte Stapler sind Geh-Flurförderzeuge, die von Mitgängern über eine Deichsel bedient werden. Mit einer Gabel, einer Plattform oder einem anderen Lastträger werden Lasten angehoben, um sie zu stapeln oder in Regale einzubringen.

 

Anforderung

Wer darf einen deichselgeführten Stapler bedienen? Nur mindestens 18 Jahre alte, körperlich und geistig geeignete Personen dürfen deichselgeführte Stapler führen.

 

Unterweisung

Unterweisung Unterweisungen müssen vor dem erstmaligen Einsatz, in regelmäßigen Abständen sowie nach Unfällen und Beinaheunfällen nachweislich durchgeführt werden. Wichtige Punkte zur Unterweisung finden Sie u. a. in

  • den Evaluierungsunterlagen,
  • der Betriebsanleitung des Herstellers,
  • den Betriebsanweisungen der Firma.

Die Bedienungsperson muss in die Funktionsweise und Handhabung des Staplers sowie in die sichere Arbeitsweise eingeschult werden. Diese Schulung kann durch geeignete fachkundige Personen des eigenen Betriebes oder durch den Hersteller erfolgen.

 

Betriebsanweisung

Für den Staplerbetrieb ist eine schriftliche Betriebsanweisung notwendig. Darin finden Sie folgende Sicherheits- und Verkehrsregeln:

  • Aufnehmen, Sicherung, Transport und Absetzen von Lasten
  • Be- und Entladen des Staplers
  • Sicherung gegen unbefugte Inbetriebnahme durch Unbefugte
  • Fahrbetrieb
  • In- und Außerbetriebnahme
  • Wechseln und Laden der Batterien
  • Sondereinsätze

 

Wir hoffen, Ihre gestellten Fragen ausreichend (Stand 22. April 2021) und gewissenhaft beantwortet zu haben. Eine Rechtsverbindlichkeit und eine daraus eventuell resultierende Haftung müssen wir ausschließen.

Mit freundlichen Grüßen

Staplerschein Österreich

 

 


Staplerschein Kurs

Staplerschein – kein Garant für einen Arbeitsplatz

Staplerschein – kein Garant für einen Arbeitsplatz

 

Ausgegebenem Anlass soll klargestellt werden, dass der Erwerb des Staplerscheins zwar helfen kann, einen bestehenden Arbeitsplatz zu sichern aber generell eine Zusatzqualifikation für ein bestehendes Arbeitsverhältnis sein sollte. Arbeitnehmer können dadurch ihre Arbeitsmarkt- und Karrierechancen verbessern.

 

Staplerfahrer

Schnelle Be- und Entladevorgänge von Zulieferfahrzeugen, innerbetrieblicher Transport von Gütern und Waren wären in der modernen Logistik und Lagerhaltung ohne Hubstapler nicht durchführbar. Hauptsächlich Unternehmen und Betriebe in Bereichen der Logistik, der Speditionen sowie im Handel und in der Produktion kommen Staplerfahrer zum Einsatz.

 

Staplerfahrer erfüllen dabei wichtige Funktionen. Trotzdem ist Staplerfahrer kein Lehrberuf, sondern „nur“ eine anspruchsvolle Zusatzqualifikation, nachzuweisen durch den Staplerschein, den Nachweis über entsprechende Sach- und Fachkenntnisse im Umgang mit Hubstaplern.

Arbeitgebern ist es nicht erlaubt, Arbeitnehmer/Innen zum Führen von Staplern zu veranlassen, die nicht im Besitz eines gültigen Staplerscheines sind.

 

Anforderungen

Der Staplerfahrer muss mindestens das 18. Lebensjahr vollendet haben, muss generell körperlich geeignet sein, d. h. muss über ein gutes Hör- und Sehvermögen verfügen und muss im Rahmen einer gezielten Ausbildung die erforderlichen theoretischen und praktischen Kenntnisse nachweisen.  

 

Dabei sind Erfahrungen im Lager und gewisse Grundverständnisse für technische und physikalische Zusammenhänge von Vorteil. Staplerfahrer sollten gewohnt sein, sorgfältig, präzise und geschickt zu arbeiten, in Stresssituationen den Überblick zu behalten und Ruhe bewahren.

 

Inzwischen werden auch wesentliche Abläufe der Logistik in die Informationstechnik eingebunden. Für den Staplerfahrer bedeutet das, er muss nicht nur den Stapler bedienen, sondern auch Aufgaben im IT-Bereich übernehmen. Das wiederum erfordert Grundverständnis der betrieblichen Arbeitsabläufe und des IT-Bereichs, wobei das geforderte Fachwissen im Rahmen der innerbetrieblichen Einarbeitung vermittelt wird.

 

Jobaussichten

Für Staplerfahrer mit viel Erfahrung und entsprechender Routine sind die Aussichten auf einen Arbeitsplatz in normalen Zeiten gut. Denn solange Güter oder Waren produziert oder gelagert werden, sind Stapler im Einsatz und das nicht nur im Inland. Geübte zuverlässige Staplerfahrer werden auch jenseits der eigenen Landesgrenzen gesucht. Doch Achtung: Nicht überall wird der auf das jeweilige Land bezogene Staplerschein auch anerkannt. Es kann geschehen, dass selbst ein erfahrener Staplerfahrer nochmals seine Eignung oder Qualifikation nachweisen muss.

 

Erfahrungen sammeln

Wer also als Greenhorn unter den Staplerfahrern auf Jobsuche ist, sollte nicht zu hohe Ansprüche an den neuen Job stellen. Zugreifen, wenn sich eine Gelegenheit bietet, auch wenn der Arbeitsplatz nicht unbedingt den gestellten Erwartungen entspricht. Staplerfahrer für den Schichtdienst (Nachtschicht) – oder für ein Tiefkühllager – oder auch als Urlaubsvertretung sind für den Beginn einer Staplerkarriere durchaus machbar. Getreu dem Motto: „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg“.

 

Auch ein Praktikum in einem Logistikunternehmen bietet sich an, für eine begrenzte Zeit ausgelegt, besteht die Chance der Vertiefung bereits erworbener oder noch zu erwerbender Kenntnisse in praktischer Anwendung des Hubstaplers oder auch eine Mitarbeit im IT-Bereich für das Erlernen neuer Kenntnisse und Fähigkeiten in einem Bereich der Logistik.

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Tödlicher Unfall mit einem Hubstapler

Tödlicher Unfall mit einem Hubstapler

 

Anlass zu diesen Notizen ist ein tragischer Unfall in Deutschland, bei dem ein 16-Jähriger von einem Stapler überfahren und tödlich verletzt wurde, für den Jungen kam jede Hilfe zu spät.

Angeblich hat der 16-jährige Junge vorn auf den Zinken des Gabelstaplers gesessen als sie auf einer Landstraße unterwegs waren. Gelenkt wurde der Stapler von einem anderen Jungen. Der Unfall ereignete sich beim Abbiegen in eine Seitenstraße.

Der Junge rutschte von den Zinken auf die Straße, der 17-jährige Fahrer konnte nicht mehr bremsen, überrollte ihn mit dem Stapler, er erlag seinen schweren Verletzungen. 

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Gesetzliche Sicherheitsvorschriften

Nachstehend einige gesetzliche Vorgaben, die einem Fahrer eines Staplers bekannt oder vertraut sein sollten. Die Vorgaben wurden festgeschrieben, um die Sicherheit der Fahrer und eventuell betroffener Dritter zu gewährleisten.

 

Fachkenntnisnachweis-Verordnung, Fassung vom 06.04.2021

Beschäftigung der Arbeitnehmer/innen mit Fachkenntnissen

  • 2. Mit nachfolgenden Arbeiten dürfen Arbeitgeber/innen nur Arbeitnehmer/innen beschäftigen, die die entsprechenden Fachkenntnisse durch ein Zeugnis gemäß § 4 nachweisen:
  1. b) Führen von Hubstaplern (§ 2 Abs. 9 AM-VO),
  • 4.(1) Der Nachweis der für die Durchführung von Arbeiten gemäß § 2 erforderlichen Fachkenntnisse im Sinn des § 62 Abs. 1 Z 2 i. V. m. Abs. 2 und 4 ASchG gilt als erbracht, wenn
  1. der erfolgreiche Abschluss einer Ausbildung, die die Voraussetzungen nach dieser Verordnung erfüllt, durch ein Zeugnis gemäß § 11 bestätigt wird, oder
  2. die jeweiligen Fachkenntnisse durch ein Abschlusszeugnis einer Unterrichtsanstalt gemäß § 15

        nachgewiesen werden.

 

Ausbildung zum Erwerb von Fachkenntnissen

  • 5. (1) Eine Ausbildung zum Erwerb von Fachkenntnissen nach dieser Verordnung muss die notwendigen theoretischen Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten auf den in § 6 angeführten Gebieten vermitteln. Sie hat den/die Auszubildende/n in die Lage zu versetzen,
  1. Arbeiten mit besonderen Gefahren gemäß § 2 Z 1 sicher durchzuführen.

 

(2) Die Ausbildung muss die in § 6 angeführte Mindestgesamtzahl an Unterrichtseinheiten des Ausbildungsgebiets sowie Ausbildungsinhalte und Mindestanzahl verbindlich vorgesehener und frei gestaltbarer Unterrichtseinheiten und praktischer Übungen laut Anhang umfassen.

 

(3) Eine theoretische Unterrichtseinheit muss mindestens 50 Minuten betragen. Frei gestaltbare Unterrichtseinheiten sind von der Ausbildungseinrichtung im Sinn der Ausbildungsziele inhaltlich und didaktisch zu gestalten. Praktische Übungen sind mindestens in dem im Anhang angeführten Ausmaß als Praxisübung pro Ausbildungsteilnehmer/in durchzuführen, soweit nicht ausdrücklich gemeinsame Vorführungen zulässig sind.

 

Fachkenntnisausbildungsgebiete

  • 6. Die Ausbildung muss je nach Ausbildungsgebiet mindestens die nachfolgend angeführte Gesamtzahl an Unterrichtseinheiten (einschließlich praktischer Übungen) umfassen:
  1. Führen von Hubstaplern: mindestens 20,5 Unterrichtseinheiten.

 

Arbeitsmittelverordnung (AM-VO), Fassung vom 06.04.2021

Begriffsbestimmungen

  • 2 Abs. (9) Hubstapler sind mit Gabeln, Plattformen oder anderen Lastaufnahmemitteln ausgerüstete selbstfahrende Arbeitsmittel mit Hubmast, die dazu bestimmt sind, Lasten zu heben, sie an einen anderen Ort zu verbringen, dort abzusetzen oder zu stapeln oder in Regale einzubringen oder um sonstige Manipulationstätigkeiten mit Lasten unter Verwendung besonderer Zusatzgeräte durchzuführen.

Hubstapler mit hubbewegtem Fahrersitz sind Hubstapler, die mit einem Fahrerplatz ausgerüstet sind, der mit dem Lastaufnahmemittel zum Einlagern von Lasten in Regale angehoben wird.

 

Selbstfahrende Arbeitsmittel

  • 23 (2) Für die Benutzung von selbstfahrenden Arbeitsmitteln sind unter Berücksichtigung der betrieblichen Gegebenheiten schriftliche Betriebsanweisungen zu erstellen. Für die Einhaltung der Betriebsanweisungen ist zu sorgen. Durch diese Betriebsanweisungen sind die notwendigen Maßnahmen im Sinne des Abs. 1 festzulegen, insbesondere Sicherheits- und Verkehrsregeln
  1. für das Aufnehmen, die Sicherung, den Transport und das Absetzen von Lasten,
  2. für das Be- und Entladen des Arbeitsmittels,
  3. gegebenenfalls für den Transport von Personen,
  4. gegen die Inbetriebnahme des Arbeitsmittels durch Unbefugte,
  5. für den Fahrbetrieb,
  6. für die In- und Außerbetriebnahme.

(5) Der Sicherheit dienende Vorrichtungen von Fahrzeugen, wie Bremsen, Beleuchtung und Warneinrichtungen, sind täglich bei der erstmaligen Inbetriebnahme durch die LenkerInnen zu überprüfen.

(6) ArbeitnehmerInnen dürfen nur auf sicheren und für diesen Zweck ausgerüsteten Plätzen befördert werden. (Personenbeförderung nur nach Vorschrift Auf Ihrem Gabelstapler dürfen Sie Personen nur mitnehmen, wenn Beifahrersitz und Festhaltemöglichkeit vorhanden sind und genutzt werden.)

Staplerschein

Vorgaben zum Staplerschein

Um in Österreich einen Hubstapler bedienen zu dürfen, benötigt man einen Fachkenntnisnachweis.

  • Personen, welche das 18. Lebensjahr vollendet haben,
  • geistig und körperlich fit sind,
  • gut hören und sehen,
  • Verständnis für die Technik aufbringen und
  • die Prüfung erfolgreich ablegen,

Staplerkurs

erhalten einen Staplerschein im Scheckkartenformat bei AC Nautik e.U. – Staplerschein Österreich.

Der Staplerschein (Fachkenntnisnachweis) erlaubt nach der Fahrerlaubniserteilung das Bedienen des jeweiligen Staplers.

08.04.2021

 

 

 


Standsicherheit von Hubstaplern – eine Frage der Balance

Standsicherheit von Hubstaplern – eine Frage der Balance

 

Fachkenntnisse

Zu bestimmten Arbeiten, die mit einer besonderen Gefahr für die damit Beschäftigten oder für andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verbunden sind, dürfen nur Arbeitnehmer/Innen herangezogen werden, die über einen Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse (hier Staplerschein)verfügen.

Zu diesen Tätigkeiten zählen:

das Führen von Hubstaplern – ausgenommen Hubstapler, die ihre Last ausschließlich innerhalb der Radbasis aufnehmen und befördern bzw. deichselgeführte Stapler.

 

Hubhöhen

Gabel- oder Hubstapler gehören zu den Flurförderzeugen und dienen dem innerbetrieblichen Warenumschlag und Transport. Sie haben einen eigenen Antrieb und ein Hubgerüst, um Stapel zu bilden oder Lagerregale zu bedienen. Allgemein üblich sind Hubhöhen bis zu sechs Meter. Hubgerüste können aber auch auf Höhen bis zu zwölf Meter ausgelegt sein. Ihr spezielles Einsatzgebiet sind  die Hochregale.

 

Hublasten

Die Hublasten können je nach Größe und Modell zwischen einer und acht Tonnen liegen. Es sind aber auch größere Stapler im Einsatz, deren Tragkraft kann je nach Größe und Gewicht über 70 Tonnen betragen. Gabelstapler sind besonders für den Transport von Paletten ausgelegt.

 

Elemente

Wichtigstes Element des Hubstaplers ist die Hubeinheit. Diese besteht aus Hubmast und Gabelträger. Der Gabelträger hat  zwei in ihrem Abstand verstellbare stählerne Zinken, die mit Hilfe des Hydraulikzylinders auf und ab bewegt werden können. Der Abstand der Gabelstaplerzinken zueinander kann hydraulisch verändert werden.

 

Tücken

Bei schnell fahrenden Flurförderzeugen/Hubstaplern  besteht immer die Gefahr von Kippunfällen – wenn z. B. mit zu hoher Geschwindigkeit in Kurven eingefahren, mit angehobener Last rangiert oder bei schneller Fahrt Bodenunebenheiten überfahren werden. Kommt es zum Umkippen des Ffz erleidet der Fahrer – wenn er nicht durch Fahrerrückhaltesysteme gesichert ist – oft schwerwiegende Verletzungen, häufig mit Todesfolge.

 

Logistik

Hubstapler in unterschiedlichsten Ausführungsformen sind die wichtigsten Geräte der modernen Stückgutlogistik auf Palette-Basis. In der Gruppe der Gegengewichtstapler sind Hubstapler die Alleskönner, werden flexibel für unterschiedlichste Zwecke eingesetzt und sind branchenübergreifend in Produktion und Vertrieb bei unterschiedlichen Betriebsbedingungen anzutreffen.

 

Bei dieser Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten und Arbeitseinsätzen kommt es immer wieder vor, dass Hubstapler seitlich umkippen. Etwa 60 Prozent aller Stapler-Unfälle sind Kippunfälle, folglich konzentriert sich die Unfallvermeidung auf die große Gruppe der kleineren und mittelgroßen Gegengewichtstapler.

 

Die Einführung von Fahrerrückhaltesystemen – Sicherheitsgurte und Bügeltüren – waren die ersten die ersten wirksamen Maßnahmen, die sich in einer geringeren Anzahl von Unfällen mit schweren oder tödlichen Verletzungen niedergeschlagen hat. Das ist zwar eine erfreuliche Tatsache, sagt aber leider nichts über die Unfallhäufigkeit oder über die Unfallverhinderung aus. Technische und/oder elektronische Maßnahmen, die die Standsicherheit der Stapler erhöhen und Kippunfälle verhindern, wären eine wertvolle Ergänzung zu den erprobten Rückhaltesystemen.

 

Standsicherheit

Die Standsicherheit bezeichnet die Kippsicherheit eines Frontstaplers mit oder ohne Last und hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören

  • die Konstruktion des Fahrzeugs,
  • die Umgebung, in der das Flurförderzeug zum Einsatz kommt und
  • die Anforderungen, die es erfüllen muss.

Nur wenn alle diese Faktoren berücksichtigt werden, lässt sich der Gabelstapler gefahrlos nutzen.

 

Merkmale/Faktoren

Zunächst entscheiden konstruktive Merkmale über die Standsicherheit eines Staplers, die da sind:

  • die jeweilige Schwerpunktlage des Staplers
  • die Schwerpunktlage der Last
  • die Summe aus diesen Schwerpunkten

 

Aber auch situationsbedingte Faktoren beeinflussen die Standsicherheit:

  • Lastschwerpunktabstand
  • reduzierte Tragfähigkeit bei großen Hubhöhen
  • erhöhte Kippgefahr bei Kurvenfahrt – etc.

 

Grundlagen

Damit Hubstapler mit oder ohne Lasten sicher bewegt – weder Fahrzeug, Fahrer noch Transportgut beschädigt werden – muss die Stand- bzw. Kippsicherheit berechnet werden. Die Formel ist auf alle Frontstapler-Arten (doch Achtung: je nach Gerätetyp gibt es jedoch verschiedene DIN-Normen, die vorschreiben, wie hoch bzw. bis zu welcher Belastung die Standfestigkeit gewährleistet sein muss) anwendbar. Um die Standsicherheit eines Gabelstaplers berechnen zu können, sollten folgende Begriffe bekannt sein:

 

STANDSICHERHEITSNACHWEIS

Ein Standsicherheitsnachweis belegt, dass ein Stapler stabil genug ist, um den entsprechenden Anforderungen zu genügen. Es gibt feste Regelungen in welchen Fällen ein solcher Nachweis zu führen ist. Die Berechnung darf nur von Fachpersonen durchgeführt werden.

 

STANDMOMENT

Das Standmoment ist die Kraft, die dafür sorgt, dass der Stapler kippsicher steht und fährt. Sie setzt sich aus der Gewichtskraft und dem Eigen- bzw. Kontergewicht des Staplers zusammen. Ist das Standmoment größer als das Kippmoment, ist die Standsicherheit gegeben.

 

KIPPMOMENT

Das Kippmoment ist die Kraft, die den Stapler zum Kippen bringen kann – sofern sie stärker ist als das Standmoment. Auslöser für Kippmomente sind beispielsweise über die Kippachse hinausragende Lasten, Wind und andere äußere Krafteinwirkungen.

 

DREHMOMENT

Ob es tatsächlich zum Kippen des Staplers kommt, lässt sich vom Drehmoment ableiten. Je größer dieses und die Hebelkraft sind, die auf den Stapler treffen, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Stapler kippt.

 

STANDSICHERHEITSFAKTOR

Der Standsicherheitsfaktor beschreibt das Verhältnis zwischen Kippmoment und Standmoment. Je höher er ist, desto standsicherer ist der Stapler.

 

STANDSICHERHEIT BERECHNEN

Die Standsicherheit eines Staplers lässt sich mit einer einfachen Formel berechnen:

 

 

Formel zur Berechnung der Standsicherheit.

SS steht hier für die Standsicherheit, MS für das Standmoment und MK für das Kippmoment. Das Rechenergebnis lässt sich wie folgt interpretieren:

  • der Stapler kippt, wenn SS kleiner als (<) 1 ist,
  • die Kippgrenze ist erreicht, wenn SS gleich (=) 1 ist
  • der Stapler ist standsicher, wenn SS größer als (>) 1 ist

Die Kippgefahr steigt, je näher der Gesamtschwerpunkt der Kippachse rückt, die sich beim Stapler entlang der Vorderradachse befindet. Je weiter der Wert für SS über 1 ist, desto standsicherer ist das Gerät.

 

Fazit

Unter Berücksichtigung aller vorstehenden Ausführungen und Anmerkungen dürfte es klar sein, warum der erste Satz im Artikel – zu bestimmten Arbeiten, die mit einer besonderen Gefahr für die damit Beschäftigten oder für andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verbunden sind – lautet.

Staplerfahren geht nicht einfach so nebenbei, eine umfassende Ausbildung und viel Verantwortungsbewusstsein sind die Grundvoraussetzungen für einen guten, vorausschauenden Staplerbediener. Unter diesem Gesichtspunkt ist Staplerfahren harte Arbeit – auch, wenn es gelegentlich spielerisch erscheinen mag – fordert es vollen Respekt.

http://www.staplerschein-oesterreich.at

Staplerschein Österreich

 


Verpflichtende Verwendung von Rückfahrwarnern

Verpflichtende Verwendung von Rückfahrwarnern bei Gabelstapler

 

Allgemein

Schwere Unfälle waren für den Gesetzgeber der Anlass, den Einsatz von Rückfahrwarnern für bestimmte Fahrzeuge zwingend vorzuschreiben. So sollen durch technische Einrichtungen bei zurücksetzenden Fahrzeugen, die Gefahren herabgesetzt werden.

 

Die Vorgaben und Ausführungsvorschriften für Rückfahrwarner sind in der KVD fixiert. Rechtlich verbindlich und anwendbar sind KVD, KFG und die StVO nur auf Straßen des öffentlichen Verkehrs, d. h. auf Straßen, die von jedermann unter gleichen Bedingungen genutzt werden können.

StVO, KFG und KVD gelten nicht auf Betriebsgelände, das meist nur von berechtigten Fahrzeugen genutzt wird. Rückfahrwarner dürfen folglich auf Firmengelände ersatzlos ausgeschaltet werden.

 

Betroffene Fahrzeuge

Gemäß § 18 Abs. 8 KDV müssen Fahrzeuge der Klassen

  • M3

Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit mehr als acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz und einem höchstzulässigen Gesamtgewicht (hzG) von mehr als 5 t

  • N2

Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht (hzG) von mehr als 3,5 t bis zu 12 t

  • N3

Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einem hzG von mehr als 12 t  

die im gewerblichen Verkehr oder im Werkverkehr eingesetzt werden und an denen Rückfahrscheinwerfer angebracht sind, mit einer akustischen Warnvorrichtung (Rückfahrwarner) ausgerüstet sein.

 

Anforderungen – Rückfahrwarner

Wenn die Rückfahrvorrichtung eingeschaltet ist, müssen die Rückfahrwarner nach hinten einen deutlich wahrnehmbaren intermittierenden Ton ausstoßen.

 

Akustischen Warnzeichens haben in der KDV folgende Spezifikationen:

  • Die Zahl der Zyklen pro Minute muss zwischen 60 und 100 betragen, bei annähernd gleichem Anteil von Signal- und Ruhezeit.
  • Der A-bewertete Schalldruckpegel dieser Warnvorrichtung muss mindestens 68 dB(A) und darf maximal 78 dB(A),
  • bei Rückfahrwarnern mit Breitbandton im Frequenzbereich 400 Hz – 10 kHz mindestens 64 dB(A) und maximal 78 dB(A), gemessen bei Nennspannung, betragen.

 

Dies bei einer Entfernung von 7,5 m zwischen Mikrofon des Messgerätes und Rückfahrwarner und bei jeweils gleichem Abstand von der Fahrbahnoberfläche zwischen 0,5 und 1,5 m.

Ein Leiser schalten des Rückfahrwarners, ausgenommen solche mit Breitbandton, auf nicht weniger als 55 dB(A) + 3 dB(A) muss möglich und gleichzeitig sichergestellt sein, dass bei neuerlicher Inbetriebnahme des Fahrzeuges der Normalzustand wiederhergestellt wird.

Die Abschaltung des Rückfahrwarners im Zeitraum von 22 bis 5 Uhr darf vorgesehen werden, wenn sichergestellt ist, dass bei Betätigung der Rückfahrvorrichtung sich automatisch die Alarmblinkanlage einschaltet.

 

Videosystem

Ein Rückfahrwarner ist nicht erforderlich, wenn das Fahrzeug alternativ über ein Videosystem verfügt, über welches der Lenker den Raum unmittelbar hinter dem Fahrzeug einsehen kann.

 

Das Videosystem muss durch Einlegen des Rückwärtsganges automatisch aktiviert werden. Weist dieses Videosystem keine Genehmigung (nach der UN-Regelung Nr. 46.04*) auf, muss das Videosystem folgenden Bestimmungen genügen:

 

Ein Rückfahrwarner ist jedoch nicht erforderlich, wenn das Fahrzeug über ein Videosystem verfügt, durch welches der Lenker den Raum unmittelbar hinter dem Fahrzeug einsehen kann. Das Videosystem muss durch Einlegen des Rückwärtsganges automatisch aktiviert werden. Weist dieses Videosystem keine Genehmigung nach der Richtlinie 2003/97/EG oder nach der ECE-Regelung 49.02 auf, muss das Videosystem folgenden Bestimmungen genügen:

  1. der für das Videosystem erforderliche Monitor muss über ein Ausmaß von mindestens 6 Zoll in der sichtbaren Diagonale verfügen, ein Kontrastverhältnis von mindestens 600 : 1 und eine aktive Helligkeitsregelung aufweisen,
  2. die Rückfahrkamera bedarf einer Auflösung von mindestens 330 (H) x 350 (V) TV-Linien und einer Lichtempfindlichkeit, die für den Betrieb mit dem eingesetzten Rückfahrscheinwerfer ausreicht.

 

Quelle: RIS § 18 Abs. 8 – Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung (KDV)