Staplerschein Kurs

Staplerschein – kein Garant für einen Arbeitsplatz

Staplerschein – kein Garant für einen Arbeitsplatz

 

Ausgegebenem Anlass soll klargestellt werden, dass der Erwerb des Staplerscheins zwar helfen kann, einen bestehenden Arbeitsplatz zu sichern aber generell eine Zusatzqualifikation für ein bestehendes Arbeitsverhältnis sein sollte. Arbeitnehmer können dadurch ihre Arbeitsmarkt- und Karrierechancen verbessern.

 

Staplerfahrer

Schnelle Be- und Entladevorgänge von Zulieferfahrzeugen, innerbetrieblicher Transport von Gütern und Waren wären in der modernen Logistik und Lagerhaltung ohne Hubstapler nicht durchführbar. Hauptsächlich Unternehmen und Betriebe in Bereichen der Logistik, der Speditionen sowie im Handel und in der Produktion kommen Staplerfahrer zum Einsatz.

 

Staplerfahrer erfüllen dabei wichtige Funktionen. Trotzdem ist Staplerfahrer kein Lehrberuf, sondern „nur“ eine anspruchsvolle Zusatzqualifikation, nachzuweisen durch den Staplerschein, den Nachweis über entsprechende Sach- und Fachkenntnisse im Umgang mit Hubstaplern.

Arbeitgebern ist es nicht erlaubt, Arbeitnehmer/Innen zum Führen von Staplern zu veranlassen, die nicht im Besitz eines gültigen Staplerscheines sind.

 

Anforderungen

Der Staplerfahrer muss mindestens das 18. Lebensjahr vollendet haben, muss generell körperlich geeignet sein, d. h. muss über ein gutes Hör- und Sehvermögen verfügen und muss im Rahmen einer gezielten Ausbildung die erforderlichen theoretischen und praktischen Kenntnisse nachweisen.  

 

Dabei sind Erfahrungen im Lager und gewisse Grundverständnisse für technische und physikalische Zusammenhänge von Vorteil. Staplerfahrer sollten gewohnt sein, sorgfältig, präzise und geschickt zu arbeiten, in Stresssituationen den Überblick zu behalten und Ruhe bewahren.

 

Inzwischen werden auch wesentliche Abläufe der Logistik in die Informationstechnik eingebunden. Für den Staplerfahrer bedeutet das, er muss nicht nur den Stapler bedienen, sondern auch Aufgaben im IT-Bereich übernehmen. Das wiederum erfordert Grundverständnis der betrieblichen Arbeitsabläufe und des IT-Bereichs, wobei das geforderte Fachwissen im Rahmen der innerbetrieblichen Einarbeitung vermittelt wird.

 

Jobaussichten

Für Staplerfahrer mit viel Erfahrung und entsprechender Routine sind die Aussichten auf einen Arbeitsplatz in normalen Zeiten gut. Denn solange Güter oder Waren produziert oder gelagert werden, sind Stapler im Einsatz und das nicht nur im Inland. Geübte zuverlässige Staplerfahrer werden auch jenseits der eigenen Landesgrenzen gesucht. Doch Achtung: Nicht überall wird der auf das jeweilige Land bezogene Staplerschein auch anerkannt. Es kann geschehen, dass selbst ein erfahrener Staplerfahrer nochmals seine Eignung oder Qualifikation nachweisen muss.

 

Erfahrungen sammeln

Wer also als Greenhorn unter den Staplerfahrern auf Jobsuche ist, sollte nicht zu hohe Ansprüche an den neuen Job stellen. Zugreifen, wenn sich eine Gelegenheit bietet, auch wenn der Arbeitsplatz nicht unbedingt den gestellten Erwartungen entspricht. Staplerfahrer für den Schichtdienst (Nachtschicht) – oder für ein Tiefkühllager – oder auch als Urlaubsvertretung sind für den Beginn einer Staplerkarriere durchaus machbar. Getreu dem Motto: „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg“.

 

Auch ein Praktikum in einem Logistikunternehmen bietet sich an, für eine begrenzte Zeit ausgelegt, besteht die Chance der Vertiefung bereits erworbener oder noch zu erwerbender Kenntnisse in praktischer Anwendung des Hubstaplers oder auch eine Mitarbeit im IT-Bereich für das Erlernen neuer Kenntnisse und Fähigkeiten in einem Bereich der Logistik.

www.staplerschein-oesterreich.at


Tödlicher Unfall mit einem Hubstapler

Tödlicher Unfall mit einem Hubstapler

 

Anlass zu diesen Notizen ist ein tragischer Unfall in Deutschland, bei dem ein 16-Jähriger von einem Stapler überfahren und tödlich verletzt wurde, für den Jungen kam jede Hilfe zu spät.

Angeblich hat der 16-jährige Junge vorn auf den Zinken des Gabelstaplers gesessen als sie auf einer Landstraße unterwegs waren. Gelenkt wurde der Stapler von einem anderen Jungen. Der Unfall ereignete sich beim Abbiegen in eine Seitenstraße.

Der Junge rutschte von den Zinken auf die Straße, der 17-jährige Fahrer konnte nicht mehr bremsen, überrollte ihn mit dem Stapler, er erlag seinen schweren Verletzungen. 

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Gesetzliche Sicherheitsvorschriften

Nachstehend einige gesetzliche Vorgaben, die einem Fahrer eines Staplers bekannt oder vertraut sein sollten. Die Vorgaben wurden festgeschrieben, um die Sicherheit der Fahrer und eventuell betroffener Dritter zu gewährleisten.

 

Fachkenntnisnachweis-Verordnung, Fassung vom 06.04.2021

Beschäftigung der Arbeitnehmer/innen mit Fachkenntnissen

  • 2. Mit nachfolgenden Arbeiten dürfen Arbeitgeber/innen nur Arbeitnehmer/innen beschäftigen, die die entsprechenden Fachkenntnisse durch ein Zeugnis gemäß § 4 nachweisen:
  1. b) Führen von Hubstaplern (§ 2 Abs. 9 AM-VO),
  • 4.(1) Der Nachweis der für die Durchführung von Arbeiten gemäß § 2 erforderlichen Fachkenntnisse im Sinn des § 62 Abs. 1 Z 2 i. V. m. Abs. 2 und 4 ASchG gilt als erbracht, wenn
  1. der erfolgreiche Abschluss einer Ausbildung, die die Voraussetzungen nach dieser Verordnung erfüllt, durch ein Zeugnis gemäß § 11 bestätigt wird, oder
  2. die jeweiligen Fachkenntnisse durch ein Abschlusszeugnis einer Unterrichtsanstalt gemäß § 15

        nachgewiesen werden.

 

Ausbildung zum Erwerb von Fachkenntnissen

  • 5. (1) Eine Ausbildung zum Erwerb von Fachkenntnissen nach dieser Verordnung muss die notwendigen theoretischen Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten auf den in § 6 angeführten Gebieten vermitteln. Sie hat den/die Auszubildende/n in die Lage zu versetzen,
  1. Arbeiten mit besonderen Gefahren gemäß § 2 Z 1 sicher durchzuführen.

 

(2) Die Ausbildung muss die in § 6 angeführte Mindestgesamtzahl an Unterrichtseinheiten des Ausbildungsgebiets sowie Ausbildungsinhalte und Mindestanzahl verbindlich vorgesehener und frei gestaltbarer Unterrichtseinheiten und praktischer Übungen laut Anhang umfassen.

 

(3) Eine theoretische Unterrichtseinheit muss mindestens 50 Minuten betragen. Frei gestaltbare Unterrichtseinheiten sind von der Ausbildungseinrichtung im Sinn der Ausbildungsziele inhaltlich und didaktisch zu gestalten. Praktische Übungen sind mindestens in dem im Anhang angeführten Ausmaß als Praxisübung pro Ausbildungsteilnehmer/in durchzuführen, soweit nicht ausdrücklich gemeinsame Vorführungen zulässig sind.

 

Fachkenntnisausbildungsgebiete

  • 6. Die Ausbildung muss je nach Ausbildungsgebiet mindestens die nachfolgend angeführte Gesamtzahl an Unterrichtseinheiten (einschließlich praktischer Übungen) umfassen:
  1. Führen von Hubstaplern: mindestens 20,5 Unterrichtseinheiten.

 

Arbeitsmittelverordnung (AM-VO), Fassung vom 06.04.2021

Begriffsbestimmungen

  • 2 Abs. (9) Hubstapler sind mit Gabeln, Plattformen oder anderen Lastaufnahmemitteln ausgerüstete selbstfahrende Arbeitsmittel mit Hubmast, die dazu bestimmt sind, Lasten zu heben, sie an einen anderen Ort zu verbringen, dort abzusetzen oder zu stapeln oder in Regale einzubringen oder um sonstige Manipulationstätigkeiten mit Lasten unter Verwendung besonderer Zusatzgeräte durchzuführen.

Hubstapler mit hubbewegtem Fahrersitz sind Hubstapler, die mit einem Fahrerplatz ausgerüstet sind, der mit dem Lastaufnahmemittel zum Einlagern von Lasten in Regale angehoben wird.

 

Selbstfahrende Arbeitsmittel

  • 23 (2) Für die Benutzung von selbstfahrenden Arbeitsmitteln sind unter Berücksichtigung der betrieblichen Gegebenheiten schriftliche Betriebsanweisungen zu erstellen. Für die Einhaltung der Betriebsanweisungen ist zu sorgen. Durch diese Betriebsanweisungen sind die notwendigen Maßnahmen im Sinne des Abs. 1 festzulegen, insbesondere Sicherheits- und Verkehrsregeln
  1. für das Aufnehmen, die Sicherung, den Transport und das Absetzen von Lasten,
  2. für das Be- und Entladen des Arbeitsmittels,
  3. gegebenenfalls für den Transport von Personen,
  4. gegen die Inbetriebnahme des Arbeitsmittels durch Unbefugte,
  5. für den Fahrbetrieb,
  6. für die In- und Außerbetriebnahme.

(5) Der Sicherheit dienende Vorrichtungen von Fahrzeugen, wie Bremsen, Beleuchtung und Warneinrichtungen, sind täglich bei der erstmaligen Inbetriebnahme durch die LenkerInnen zu überprüfen.

(6) ArbeitnehmerInnen dürfen nur auf sicheren und für diesen Zweck ausgerüsteten Plätzen befördert werden. (Personenbeförderung nur nach Vorschrift Auf Ihrem Gabelstapler dürfen Sie Personen nur mitnehmen, wenn Beifahrersitz und Festhaltemöglichkeit vorhanden sind und genutzt werden.)

Staplerschein

Vorgaben zum Staplerschein

Um in Österreich einen Hubstapler bedienen zu dürfen, benötigt man einen Fachkenntnisnachweis.

  • Personen, welche das 18. Lebensjahr vollendet haben,
  • geistig und körperlich fit sind,
  • gut hören und sehen,
  • Verständnis für die Technik aufbringen und
  • die Prüfung erfolgreich ablegen,

Staplerkurs

erhalten einen Staplerschein im Scheckkartenformat bei AC Nautik e.U. – Staplerschein Österreich.

Der Staplerschein (Fachkenntnisnachweis) erlaubt nach der Fahrerlaubniserteilung das Bedienen des jeweiligen Staplers.

08.04.2021

 

 

 


Standsicherheit von Hubstaplern – eine Frage der Balance

Standsicherheit von Hubstaplern – eine Frage der Balance

 

Fachkenntnisse

Zu bestimmten Arbeiten, die mit einer besonderen Gefahr für die damit Beschäftigten oder für andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verbunden sind, dürfen nur Arbeitnehmer/Innen herangezogen werden, die über einen Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse (hier Staplerschein)verfügen.

Zu diesen Tätigkeiten zählen:

das Führen von Hubstaplern – ausgenommen Hubstapler, die ihre Last ausschließlich innerhalb der Radbasis aufnehmen und befördern bzw. deichselgeführte Stapler.

 

Hubhöhen

Gabel- oder Hubstapler gehören zu den Flurförderzeugen und dienen dem innerbetrieblichen Warenumschlag und Transport. Sie haben einen eigenen Antrieb und ein Hubgerüst, um Stapel zu bilden oder Lagerregale zu bedienen. Allgemein üblich sind Hubhöhen bis zu sechs Meter. Hubgerüste können aber auch auf Höhen bis zu zwölf Meter ausgelegt sein. Ihr spezielles Einsatzgebiet sind  die Hochregale.

 

Hublasten

Die Hublasten können je nach Größe und Modell zwischen einer und acht Tonnen liegen. Es sind aber auch größere Stapler im Einsatz, deren Tragkraft kann je nach Größe und Gewicht über 70 Tonnen betragen. Gabelstapler sind besonders für den Transport von Paletten ausgelegt.

 

Elemente

Wichtigstes Element des Hubstaplers ist die Hubeinheit. Diese besteht aus Hubmast und Gabelträger. Der Gabelträger hat  zwei in ihrem Abstand verstellbare stählerne Zinken, die mit Hilfe des Hydraulikzylinders auf und ab bewegt werden können. Der Abstand der Gabelstaplerzinken zueinander kann hydraulisch verändert werden.

 

Tücken

Bei schnell fahrenden Flurförderzeugen/Hubstaplern  besteht immer die Gefahr von Kippunfällen – wenn z. B. mit zu hoher Geschwindigkeit in Kurven eingefahren, mit angehobener Last rangiert oder bei schneller Fahrt Bodenunebenheiten überfahren werden. Kommt es zum Umkippen des Ffz erleidet der Fahrer – wenn er nicht durch Fahrerrückhaltesysteme gesichert ist – oft schwerwiegende Verletzungen, häufig mit Todesfolge.

 

Logistik

Hubstapler in unterschiedlichsten Ausführungsformen sind die wichtigsten Geräte der modernen Stückgutlogistik auf Palette-Basis. In der Gruppe der Gegengewichtstapler sind Hubstapler die Alleskönner, werden flexibel für unterschiedlichste Zwecke eingesetzt und sind branchenübergreifend in Produktion und Vertrieb bei unterschiedlichen Betriebsbedingungen anzutreffen.

 

Bei dieser Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten und Arbeitseinsätzen kommt es immer wieder vor, dass Hubstapler seitlich umkippen. Etwa 60 Prozent aller Stapler-Unfälle sind Kippunfälle, folglich konzentriert sich die Unfallvermeidung auf die große Gruppe der kleineren und mittelgroßen Gegengewichtstapler.

 

Die Einführung von Fahrerrückhaltesystemen – Sicherheitsgurte und Bügeltüren – waren die ersten die ersten wirksamen Maßnahmen, die sich in einer geringeren Anzahl von Unfällen mit schweren oder tödlichen Verletzungen niedergeschlagen hat. Das ist zwar eine erfreuliche Tatsache, sagt aber leider nichts über die Unfallhäufigkeit oder über die Unfallverhinderung aus. Technische und/oder elektronische Maßnahmen, die die Standsicherheit der Stapler erhöhen und Kippunfälle verhindern, wären eine wertvolle Ergänzung zu den erprobten Rückhaltesystemen.

 

Standsicherheit

Die Standsicherheit bezeichnet die Kippsicherheit eines Frontstaplers mit oder ohne Last und hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören

  • die Konstruktion des Fahrzeugs,
  • die Umgebung, in der das Flurförderzeug zum Einsatz kommt und
  • die Anforderungen, die es erfüllen muss.

Nur wenn alle diese Faktoren berücksichtigt werden, lässt sich der Gabelstapler gefahrlos nutzen.

 

Merkmale/Faktoren

Zunächst entscheiden konstruktive Merkmale über die Standsicherheit eines Staplers, die da sind:

  • die jeweilige Schwerpunktlage des Staplers
  • die Schwerpunktlage der Last
  • die Summe aus diesen Schwerpunkten

 

Aber auch situationsbedingte Faktoren beeinflussen die Standsicherheit:

  • Lastschwerpunktabstand
  • reduzierte Tragfähigkeit bei großen Hubhöhen
  • erhöhte Kippgefahr bei Kurvenfahrt – etc.

 

Grundlagen

Damit Hubstapler mit oder ohne Lasten sicher bewegt – weder Fahrzeug, Fahrer noch Transportgut beschädigt werden – muss die Stand- bzw. Kippsicherheit berechnet werden. Die Formel ist auf alle Frontstapler-Arten (doch Achtung: je nach Gerätetyp gibt es jedoch verschiedene DIN-Normen, die vorschreiben, wie hoch bzw. bis zu welcher Belastung die Standfestigkeit gewährleistet sein muss) anwendbar. Um die Standsicherheit eines Gabelstaplers berechnen zu können, sollten folgende Begriffe bekannt sein:

 

STANDSICHERHEITSNACHWEIS

Ein Standsicherheitsnachweis belegt, dass ein Stapler stabil genug ist, um den entsprechenden Anforderungen zu genügen. Es gibt feste Regelungen in welchen Fällen ein solcher Nachweis zu führen ist. Die Berechnung darf nur von Fachpersonen durchgeführt werden.

 

STANDMOMENT

Das Standmoment ist die Kraft, die dafür sorgt, dass der Stapler kippsicher steht und fährt. Sie setzt sich aus der Gewichtskraft und dem Eigen- bzw. Kontergewicht des Staplers zusammen. Ist das Standmoment größer als das Kippmoment, ist die Standsicherheit gegeben.

 

KIPPMOMENT

Das Kippmoment ist die Kraft, die den Stapler zum Kippen bringen kann – sofern sie stärker ist als das Standmoment. Auslöser für Kippmomente sind beispielsweise über die Kippachse hinausragende Lasten, Wind und andere äußere Krafteinwirkungen.

 

DREHMOMENT

Ob es tatsächlich zum Kippen des Staplers kommt, lässt sich vom Drehmoment ableiten. Je größer dieses und die Hebelkraft sind, die auf den Stapler treffen, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Stapler kippt.

 

STANDSICHERHEITSFAKTOR

Der Standsicherheitsfaktor beschreibt das Verhältnis zwischen Kippmoment und Standmoment. Je höher er ist, desto standsicherer ist der Stapler.

 

STANDSICHERHEIT BERECHNEN

Die Standsicherheit eines Staplers lässt sich mit einer einfachen Formel berechnen:

 

 

Formel zur Berechnung der Standsicherheit.

SS steht hier für die Standsicherheit, MS für das Standmoment und MK für das Kippmoment. Das Rechenergebnis lässt sich wie folgt interpretieren:

  • der Stapler kippt, wenn SS kleiner als (<) 1 ist,
  • die Kippgrenze ist erreicht, wenn SS gleich (=) 1 ist
  • der Stapler ist standsicher, wenn SS größer als (>) 1 ist

Die Kippgefahr steigt, je näher der Gesamtschwerpunkt der Kippachse rückt, die sich beim Stapler entlang der Vorderradachse befindet. Je weiter der Wert für SS über 1 ist, desto standsicherer ist das Gerät.

 

Fazit

Unter Berücksichtigung aller vorstehenden Ausführungen und Anmerkungen dürfte es klar sein, warum der erste Satz im Artikel – zu bestimmten Arbeiten, die mit einer besonderen Gefahr für die damit Beschäftigten oder für andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verbunden sind – lautet.

Staplerfahren geht nicht einfach so nebenbei, eine umfassende Ausbildung und viel Verantwortungsbewusstsein sind die Grundvoraussetzungen für einen guten, vorausschauenden Staplerbediener. Unter diesem Gesichtspunkt ist Staplerfahren harte Arbeit – auch, wenn es gelegentlich spielerisch erscheinen mag – fordert es vollen Respekt.

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Staplerschein Österreich

 


Verpflichtende Verwendung von Rückfahrwarnern

Verpflichtende Verwendung von Rückfahrwarnern bei Gabelstapler

 

Allgemein

Schwere Unfälle waren für den Gesetzgeber der Anlass, den Einsatz von Rückfahrwarnern für bestimmte Fahrzeuge zwingend vorzuschreiben. So sollen durch technische Einrichtungen bei zurücksetzenden Fahrzeugen, die Gefahren herabgesetzt werden.

 

Die Vorgaben und Ausführungsvorschriften für Rückfahrwarner sind in der KVD fixiert. Rechtlich verbindlich und anwendbar sind KVD, KFG und die StVO nur auf Straßen des öffentlichen Verkehrs, d. h. auf Straßen, die von jedermann unter gleichen Bedingungen genutzt werden können.

StVO, KFG und KVD gelten nicht auf Betriebsgelände, das meist nur von berechtigten Fahrzeugen genutzt wird. Rückfahrwarner dürfen folglich auf Firmengelände ersatzlos ausgeschaltet werden.

 

Betroffene Fahrzeuge

Gemäß § 18 Abs. 8 KDV müssen Fahrzeuge der Klassen

  • M3

Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit mehr als acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz und einem höchstzulässigen Gesamtgewicht (hzG) von mehr als 5 t

  • N2

Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht (hzG) von mehr als 3,5 t bis zu 12 t

  • N3

Fahrzeuge zur Güterbeförderung mit einem hzG von mehr als 12 t  

die im gewerblichen Verkehr oder im Werkverkehr eingesetzt werden und an denen Rückfahrscheinwerfer angebracht sind, mit einer akustischen Warnvorrichtung (Rückfahrwarner) ausgerüstet sein.

 

Anforderungen – Rückfahrwarner

Wenn die Rückfahrvorrichtung eingeschaltet ist, müssen die Rückfahrwarner nach hinten einen deutlich wahrnehmbaren intermittierenden Ton ausstoßen.

 

Akustischen Warnzeichens haben in der KDV folgende Spezifikationen:

  • Die Zahl der Zyklen pro Minute muss zwischen 60 und 100 betragen, bei annähernd gleichem Anteil von Signal- und Ruhezeit.
  • Der A-bewertete Schalldruckpegel dieser Warnvorrichtung muss mindestens 68 dB(A) und darf maximal 78 dB(A),
  • bei Rückfahrwarnern mit Breitbandton im Frequenzbereich 400 Hz – 10 kHz mindestens 64 dB(A) und maximal 78 dB(A), gemessen bei Nennspannung, betragen.

 

Dies bei einer Entfernung von 7,5 m zwischen Mikrofon des Messgerätes und Rückfahrwarner und bei jeweils gleichem Abstand von der Fahrbahnoberfläche zwischen 0,5 und 1,5 m.

Ein Leiser schalten des Rückfahrwarners, ausgenommen solche mit Breitbandton, auf nicht weniger als 55 dB(A) + 3 dB(A) muss möglich und gleichzeitig sichergestellt sein, dass bei neuerlicher Inbetriebnahme des Fahrzeuges der Normalzustand wiederhergestellt wird.

Die Abschaltung des Rückfahrwarners im Zeitraum von 22 bis 5 Uhr darf vorgesehen werden, wenn sichergestellt ist, dass bei Betätigung der Rückfahrvorrichtung sich automatisch die Alarmblinkanlage einschaltet.

 

Videosystem

Ein Rückfahrwarner ist nicht erforderlich, wenn das Fahrzeug alternativ über ein Videosystem verfügt, über welches der Lenker den Raum unmittelbar hinter dem Fahrzeug einsehen kann.

 

Das Videosystem muss durch Einlegen des Rückwärtsganges automatisch aktiviert werden. Weist dieses Videosystem keine Genehmigung (nach der UN-Regelung Nr. 46.04*) auf, muss das Videosystem folgenden Bestimmungen genügen:

 

Ein Rückfahrwarner ist jedoch nicht erforderlich, wenn das Fahrzeug über ein Videosystem verfügt, durch welches der Lenker den Raum unmittelbar hinter dem Fahrzeug einsehen kann. Das Videosystem muss durch Einlegen des Rückwärtsganges automatisch aktiviert werden. Weist dieses Videosystem keine Genehmigung nach der Richtlinie 2003/97/EG oder nach der ECE-Regelung 49.02 auf, muss das Videosystem folgenden Bestimmungen genügen:

  1. der für das Videosystem erforderliche Monitor muss über ein Ausmaß von mindestens 6 Zoll in der sichtbaren Diagonale verfügen, ein Kontrastverhältnis von mindestens 600 : 1 und eine aktive Helligkeitsregelung aufweisen,
  2. die Rückfahrkamera bedarf einer Auflösung von mindestens 330 (H) x 350 (V) TV-Linien und einer Lichtempfindlichkeit, die für den Betrieb mit dem eingesetzten Rückfahrscheinwerfer ausreicht.

 

Quelle: RIS § 18 Abs. 8 – Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung (KDV)

 

 

 

 


Dynamische Kräfte – Fahrverhalten des Hubstaplers

Staplerschein Österreich

Dynamische Kräfte – Fahrverhalten des Hubstaplers

 

Gesetzliches

Beschäftigung der Arbeitnehmer/innen mit Fachkenntnissen

  • 2. Mit nachfolgenden Arbeiten dürfen Arbeitgeber/innen nur Arbeitnehmer/innen beschäftigen, die die entsprechenden Fachkenntnisse durch ein Zeugnis gemäß § 4 nachweisen:

1.Durchführung folgender Arbeiten mit besonderen Gefahren:

b)Führen von Hubstaplern (§ 2 Abs. 9 AM-VO).

 

Nachweis der Fachkenntnisse

  • 4. (1) Der Nachweis der für die Durchführung von Arbeiten gemäß § 2 erforderlichen Fachkenntnisse im Sinn des § 62 Abs. 1 Z 2 i. V. m. Abs. 2 und 4 ASchG gilt als erbracht, wenn
  1. der erfolgreiche Abschluss einer Ausbildung, die die Voraussetzungen nach dieser Verordnung erfüllt, durch ein Zeugnis gemäß § 11 bestätigt wird, oder

 

(2) Der Nachweis der Fachkenntnisse (Sonderfall)

(4) Entspricht beim Führen von motorisch betriebenen selbstfahrenden Arbeitsmitteln mit wechselbarer Zusatzausrüstung zum Einsatz als Kran oder als Hubstapler (Kran-Stapler-Kombinationsgeräte) der durchzuführende Arbeitsvorgang

  1. dem Führen von Kranen, ist der Nachweis der Fachkenntnisse für das Führen von Kranen erforderlich,
  2. dem Führen von Hubstaplern, ist der Nachweis der Fachkenntnisse für das Führen von Hubstaplern erforderlich.

 

Dynamische Kräfte

Dynamische Kräfte beherrschen nicht nur den Stapler-Alltag, sie sind allgegenwärtig, sind Ursache bei vielen Unfällen. Mit dem Stapler eine Kurve zu eng gefahren und/oder die Geschwindigkeit nicht angepasst – im günstigsten Fall verrutscht nur die Ladung oder landet am Boden. Unfälle dieser Art geschehen weltweit, rund um die Uhr mit mehr oder weniger schweren Auswirkungen. Die Basis für diese Art der Missgeschicke sind die dynamischen Kräfte, die überall wirken, wo sich etwas bewegt oder bewegt wird. Die dynamische Kraft „ist die willkürlich ausgeübte Bewegung einer Masse innerhalb eines programmierten Vorgangs“.

Für die Berechnung der dynamischen Kräfte gibt es ein kompliziertes Regelwerk und physikalische Abhandlungen. Für den sicheren Umgang mit einem Hubstapler kann es nicht schaden, wenn man die unterschiedlichen Kräfte versteht und damit umgehen kann.

Die drei wichtigsten dynamischen Kräfte beim Staplerfahren werden nachstehend erklärt.

 

Fliehkraft

Die Fliehkraft oder auch Zentrifugalkraft ist die bekannteste da offensichtlich: Bei einem Ketten-Karussell, das sich mit Geschwindigkeit dreht, drückt die Fliehkraft die hängenden Sitze nach außen und in die Höhe. Auch beim Staplerfahren wird die Fliehkraft sicht- und spürbar.

 

Sobald ein Stapler eine Kurve fährt, wirkt die Fliehkraft auf den Stapler und die Ladung, drückt gegen die Kurvenrichtung nach außen. Um dieser Kraft entgegenzuwirken, trifft der Staplerfahrer entsprechenden Vorkehrungen:

 

  • Damit er selbst nicht von seinem Sitz und aus deiner Kabine gedrückt wird, schnallt er sich vor jeder Fahrt vorschriftsmäßig an.
  • Damit die Ladung nicht von der Gabel rutscht, wird sie vorschriftsmäßig befestigt und darauf geachtet, dass sie festsitzt und auf der Gabel aufliegt.
  • Damit der Stapler durch zu hohe Geschwindigkeit nicht umkippen kann, werden statt enger Kurven großzügige Bögen gefahren. Werden in schmalen Gängen enge Kurven nötig, wird die Geschwindigkeit entsprechend angepasst.

 

Trägheitskraft

Grundsätzlich ist jeder Körper bestrebt, im Stillstand zu verharren – sich bei Bewegung wie etwa beim Bremsen oder Beschleunigen – gleichmäßig weiterzubewegen. Soll ein Körper bewegt werden, muss die Trägheitskraft überwunden werden. Welche Kraft wirken muss, werden maßgeblich von der Masse des zu bewegenden Objektes und dessen Beschleunigung bestimmt.

 

Die Trägheitskraft spürt der Staplerfahrer beim Beschleunigen und Abbremsen deines Staplers. Beim Beschleunigen drückt es ihn – beim Abbremsen zieht es ihn aus dem Sitz heraus. Viel stärker noch wirkt die Trägheitskraft auf die Last der Ladung, bei Bremsmanöver zieht die Ladung nach vorn. Je größer die Last ist, je stärker die Beschleunigung oder der Bremsvorgang ist, je stärker ist die Wirkung der Trägheitskraft, d. h.:

 

  • Beim Staplerfahren stets vorschriftsmäßig angeschnallt sein, damit die Trägheitskraft keine Chance hat, den Fahrer aus dem Sitz zu ziehen.
  • Die Ladung muss zu jeder Zeit ordnungsgemäß gesichert sein, damit sie beim Bremsen nicht nach vorne und von der Palette rutschen kann. Der Hubmast sollte beim Fahren leicht nach hinten geneigt sein, um die Wirkung der Trägheitskraft abzuschwächen.

 

Reibungskraft

Neben der Trägheitskraft wirkt auch die Reibungskraft auf einen Körper, sie wirkt der Bewegungsrichtung entgegen.  Um einen Körper zu bewegen, muss die Reibungskraft überwunden werden.

Beim Stapler wirkt die Reibungskraft vor allem auf die Ladung – Vorsicht ist geboten. Nicht ausreichend gesichert und lose auf der Gabel liegend, rutsch sie beim Bremsen nach vorne – die einwirkenden Trägheitskräfte übersteigen die Reibungskräfte. Um die Reibungskraft zu erhöhen, nicht überrascht zu werden, sollte nachstehendes beachtet werden:

 

  • Es ist zu vermeiden, kleine und leichtere Pakete ohne entsprechende Sicherung zu transportieren.
  • Leichte Ladung besitzt keine hohen Reibungskräfte, bei Fahrmanövern verrutscht sie leichter.
  • Die Reibungskraft erhöhen, indem eine geeignete Unterlage (Palette, Gummimatte o.ä.) verwendet wird.

 

Vorsicht ist geboten!

Dynamischen Kräfte müssen beim Staplerfahren vorrangig beachten werden. Eine angemessene, vorausschauende Fahrweise und eine vorschriftsmäßige Sicherung der Last sind die Grundvoraussetzungen für einen unfall- und rutschfreien Transport jeder Ladung.

 

Dynamische Kräfte und ihre Regeln

Natürlich besteht für jede einzelne der dynamischen Kräfte ein interessantes Regelwerk. Dieses zu kennen ist sicher nicht verkehrt, für einen Staplerfahrer aber nicht eine der Grundvoraussetzungen zum Staplerfahren. Die Zusammenhänge und Auswirkungen der einzelnen Kräfte sollte jeder Staplerfahrer beachten.

www.staplerschein-oesterreich.at

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Staplerkurs

Staplerschein

 


Hubstapler mit Verbrennungsmotor

Hubstapler mit Verbrennungsmotor

 

Hubstapler mit Verbrennungsmotor

Im rein innerbetrieblichen Einsatz werden derzeit vor allem Stapler mit E-Motor eingesetzt, da dank moderner Lithium-Ionen-Technologie auch Batterien zur Verfügung stehen, die gute Leistungsreserven haben. Dabei  schneller aufgeladen und einsatzbereit sind. Dennoch sprechen viele gute Gründe für Stapler mit Verbrennungsmotoren.

 

Verbrennungsmotoren für Hubstapler

Unter den „Verbrennern“ gibt neben dem herkömmlichen Dieselstapler auch Stapler mit Benzin-, Erdgas-, Treibgas- und Wasserstoffverbrennungsmotoren. Gemeinsam wandeln allen Motoren den jeweiligen Kraftstoff durch gesteuerte Verbrennung in physikalische Arbeit um, bringen so den Motor zum kraftvollen Laufen.

 

Gravierender Nachteil der Verbrennungsmotoren, es entstehen Abgase und feststoffliche Reste, die eine mögliche Gesundheitsgefährdung darstellt. Abgase müssen so abgeleitet, gefiltert oder aufbereitet werden, dass sie kritische Grenzwerte nicht überschreiten.

 

Dieselmotoren

Der Dieselmotor im Stapler unterscheidet sich kaum von den Modellen, die für Pkw, Lkw gebaut werden. Wie diese arbeitet auch ein Stapler-Dieselmotor nach dem gleichen Prinzip der Selbstzündung. In den Brennraum gelangt zunächst nur Luft. Diese wird im Zylinder stark verdichtet, durch den hohen Druck entstehen Temperaturen von 700 °C bis 900 °C. In die erhitzte Luft wird Dieselkraftstoff eingespritzt, der bildet mit der Luft ein Gemisch, dass sich durch Hitze und Druck  selbst entzündet. Der Motor setzt die freie Energie in Arbeit um.

 

Die Robustheit des Motors gehört zu den Vorteilen von Dieselmotoren, dieser Antrieb wird vor allem bei Gelände- und Schwerlaststaplern eingesetzt. Die hohe Leistung der Dieselmotoren und der dafür verhältnismäßig geringe Kraftstoffverbrauch, bilden die Basis, dass Dieselstapler noch heute in vielen Bereichen des Bergbaus und auf den Baustellen arbeiten. Dieselmotoren erzeugen beim Betrieb Ruß, doch dieser kann mit effizienten Rußpartikelfiltern nahezu vollständig aus dem Abgas herausgefiltert werden.

 

Wichtig: Der Einsatz von Dieselmotoren in geschlossenen oder teilweise geschlossenen Räumen ist zulässig, sofern der TRK-Wert (Technische Richtkonzentration) gemäß TRGS 554 von maximal 0,1 mg/m³ (in Ausnahmefällen maximal 0,3 mg/m³) nicht überschritten wird.

 

Um den Motorzustand bei Staplern mit Dieselmotor zu bewerten, muss mindestens einmal pro Jahr, spätestens jedoch nach 1.500 Betriebsstunden der Abgaswert gemessen und das Ergebnis schriftlich dokumentiert werden.

 

Ottomotor mit Benzinantrieb

Ottomotoren sind klassische Verbrennungsmotoren, der Treibstoff wird mit Luft vermischt, verdichtet und dann durch eine Zündvorrichtung taktgenau zur Explosion gebracht wird. Hierbei entsteht das giftige, schon in geringen Dosen tödlich wirkende Gas Kohlenmonoxid (CO). Die Entstehung von CO kann nur durch den Einsatz von Katalysatoren verhindert werden, die wandeln giftiges Kohlenmonoxid in Kohlendioxid (CO2) um. Das ist klimaschädlich, ist aber wesentlich ungefährlicher als CO. Ein Grund den Einsatz von Staplern mit Benzinmotor ohne Katalysator in geschlossenen oder teilweise geschlossenen Räumlichkeiten zu verbieten.

 

Vorsicht: Benzin ist ein leicht entzündlicher Brennstoff, der in Verbindung mit Luft ein explosives Gemisch bildet. Beim Umgang mit diesem Treibstoff ist besondere Vorsicht geboten, um Unfälle zu vermeiden.

 

Ottomotor mit Erdgasantrieb

Seit den 1990er Jahren sind Hubstapler mit Erdgasantrieb erhältlich. Erdgas besteht vor allem aus Methan (CH4), ist leichter als Luft und geruchlos.

Vorteil: Flüssiggas bietet gegenüber Erdgas den Vorteil, dass es ohne zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen verwendet werden darf.

Nachteil: Im Vergleich zu Flüssiggas hat Erdgas ein größeres Volumen, setzt einen größeren Tank bzw. Druckbehälter voraus. Um Behälter mit Erdgas zu befüllen, wird ein Kompressor benötigt, der verdichtet Erdgas auf den erforderlichen Druck von 300 bar. So ist ein erdgasbetriebener Stapler in etwa 3 Minuten voll aufgetankt und einsatzbereit.

 

Die Abgase von Erdgas-Staplern enthalten weniger gefährliche Bestandteile. Diese dürfen auch in geschlossenen Räumen eingesetzt werden, eine ausreichende Belüftung muss sichergestellt sein. Bein schlecht gewarteten Motoren kann beim Verbrennen von Erdgas giftiges Kohlenmonoxid entstehen. Motor schlecht gewartet ist.

 

Ottomotor mit Flüssiggasantrieb

Stapler mit Flüssiggasantrieb sind in zwei Varianten am Markt erhältlich als,

 

  • Treibgas-Stapler: Treibgase sind verflüssigte oder verdichtete Gase oder Stoffe.

Bei Treibgasmotoren ist eine spezielle Treibgasanlage zum Einsatz. Bei Staplern wird das flüssige Gas in einer Flasche auf dem Gegengewicht des Staplers transportiert, über ein Leitungssystem gelangt es in einen Verdampfer, wo das zündfähige Gas-Luft-Gemisch mit einer Zündanlage gezündet und die Energie freigesetzt wird. Erdgasmotoren zeichnet sich durch sehr geringe Emissionen aus, dieser Antrieb ist besonders umweltschonend.

 

  • Druckgas-Stapler: Druckgas besteht in der Regel aus Propan- und Butanmischungen, also aus Kohlenwasserstoffen. Flüssiggas, wird innerhalb kurzer Zeit nach Verlassen des Druckbehälters wieder gasförmig und dehnt sein Volumen etwa um den Faktor 260 aus. Flüssiggas bildet in Verbindung mit Sauerstoff ein explosives Gemisch, daher muss die ausreichende Belüftung sichergestellt sein. Flüssiggas ist schwerer als Luft, im gasförmigen Zustand sammelt es sich am Boden und in Vertiefungen und ggf. sogar in tiefer gelegene Räumen. Aus diesem Grund werden dem geruchlosen Gas geruchsintensive Stoffe beigemengt, die dabei helfen, austretendes Gas frühzeitig zu erkennen.

 

Flüssiggasbetriebene Stapler dürfen in ganz oder teilweise geschlossenen Räumen betrieben werden. Dabei muss gewährleistet sein, dass in der Raum-Luft keine gefährlichen Konzentrationen von CO und anderen giftigen Gasen entstehen. Eine ausreichende Belüftung, regelmäßige Motorkontrollen und die optimale Einstellung des gesamten Antriebs müssen sichergestellt sein.

 

Antrieb mit Wasserstoff

Motoren mit Wasserstoffantrieb erzeugen Energie durch eine Knallgasexplosion, funktioniert ansonsten wie ein Ottomotor. Die Abgase bestehen bei wasserstoffangetriebenen Staplern im Regelfall aus chemisch reinem Wasser und stellen damit keine Gefährdung für die Gesundheit dar. Eine potenzielle Gefährdung besteht durch den unkontrollierten Austritt von Wasserstoff und die Bildung eines explosiven Gasgemisches.


Ist stets notwendig – der Schein für Hubstaplerfahrer

Ist stets notwendig – der Schein für Hubstaplerfahrer

 

Ohne Staplerschein darf in Österreich kein selbstfahrender Hubstapler mit Hubmast* in Betrieb genommen werden. Der Gesetzgeber schreibt eine Ausbildung von mindesten 20,5 Stunden in Theorie und Praxis vor. Zu Zeiten der Corona-Pandemie ist der Schein systemrelevant, bei den Logistik-Unternehmen herrscht Hochbetrieb und Fachpersonal für die Hubstapler ist begehrt. Arbeitnehmern, die in der Logistik tätig werden wollen, sollten sich sofort um einen Staplerschein bemühen. Gut darauf vorbereitet und ein gutes zertifiziertes Ausbildungsunternehmen an der Seite, kann der Fachkenntnisnachweis** für Hubstapler inklusive Kurs in zwei bis drei Tagen gemacht werden. Dabei bieten sich für den Stapler-Kurs die Orte Wien, Brunn am Gebirge, Gössendorf und Neukirch bei Lambach (Wels) an. Nach erfolgreicher Prüfung wird der Staplerschein ausgestellt.

 

Es ist ein Irglaube, dass zur Bedienung des Hubstaplers keine umfassende Ausbildung notwendig ist. Ein Pkw- oder Lkw-Führerschein beinhalte keine Stapler-Fahrerlaubnis. Stapler führen hat ureigene Gesetzmäßigkeiten, die Lenkung der Hinterräder hat ein gänzlich anderes Fahrverhalten, das sich vom Führen eines Straßen-Fahrzeugs unterscheidet. Einen Stapler bedienen, bedeutet hohe Verantwortung übernehmen.

 

Rechtlich geregelt sind die Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, um Stapler fahren zu dürfen. Nachstehend die Eigenschaften, die der Bediener von Gabelstaplern zwingend mitbringen muss:

Mindestalter von 18 Jahren – Eignung und Ausbildung für das selbstständige Führen – Befähigungsnachweis ** –eine schriftliche oder mündliche Beauftragung des Unternehmens.

 

Quelle:

Begriffsbestimmungen (https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20000727)

 

* § 2. (1) Arbeitsmittel im Sinne dieser Verordnung sind alle Maschinen, Apparate, Werkzeuge, Geräte und Anlagen, die zur Benutzung durch ArbeitnehmerInnen vorgesehen sind. Zu den Arbeitsmitteln gehören insbesondere auch Beförderungsmittel zur Beförderung von Personen oder Gütern, Aufzüge, Leitern, Gerüste, Dampfkessel, Druckbehälter, Feuerungsanlagen, Behälter, Silos, Förderleitungen, kraftbetriebene Türen und Tore sowie Hub-, Kipp- und Rolltore.

 

Abs. (9) Hubstapler sind mit Gabeln, Plattformen oder anderen Lastaufnahmemitteln ausgerüstete selbstfahrende Arbeitsmittel mit Hubmast, die dazu bestimmt sind, Lasten zu heben, sie an einen anderen Ort zu verbringen, dort abzusetzen oder zu stapeln oder in Regale einzubringen oder um sonstige Manipulationstätigkeiten mit Lasten unter Verwendung besonderer Zusatzgeräte durchzuführen. Hubstapler mit hubbewegtem Fahrersitz sind Hubstapler, die mit einem Fahrerplatz ausgerüstet sind, der mit dem Lastaufnahmemittel zum Einlagern von Lasten in Regale angehoben wird.

 

**Beschäftigung der Arbeitnehmer/innen mit Fachkenntnissen

https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20005222)

  • 2. Mit nachfolgenden Arbeiten dürfen Arbeitgeber/innen nur Arbeitnehmer/innen beschäftigen, die die entsprechenden Fachkenntnisse durch ein Zeugnis gemäß § 4 nachweisen:

1.Durchführung folgender Arbeiten mit besonderen Gefahren:

  1. b) Führen von Hubstaplern (§ 2 Abs. 9 AM-VO)

 


Arbeitsunfälle – vermeidbare Katastrophen

Arbeitsunfälle – vermeidbare Katastrophen

 

Allgemeines

Der Gesetzgeber sieht nach einem Arbeitsunfall die besonderen Pflichten für Arbeitgeberrinnen/Arbeitgeber zur Nachbereitung der Unfallsituation. Eine fundierte Analyse des Unfallhergangs, der Ursachen ist dabei besonders wichtig. Die Anzahl der bei der täglichen Arbeit verletzten ist hoch, es ist daher von entscheidender Bedeutung dem Unfallrisiko die notwendige Aufmerksamkeit zu widmen.

 

Der Gesetzgeber sieht nach einem Arbeitsunfall besondere Pflichten für Arbeitgeber vor. Gemäß §4 Abs. 4 und 5 ASchG muss nach jedem Arbeitsunfall eine Überprüfung und eventuell eine Anpassung der Arbeitsplatzevaluierung erfolgen – bisher festgelegte Schutzmaßnahmen sind auf die Wirksamkeit zu überprüfen und wenn nötig anzupassen, damit eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen erzielt wird.

 

Europäische Union – Statistik

„Statistiken zeigen, dass pro Jahr fast 5.500 Menschen in der Europäischen Union bei der Arbeit ums Leben kommen und eine weit größere Zahl Verletzungen davonträgt. Neben dem damit verbundenen menschlichen Leid verursachen Arbeitsunfälle allein direkte Versicherungskosten in Höhe von schätzungsweise 20 Mrd. Euro, hinzu kommen 149 Millionen verloren gegangene Arbeitstage. Alle zahlen den Preis dafür: jeder Einzelne, die Unternehmen und die Gesellschaft. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, den Unfallrisiken die nötige Aufmerksamkeit zu widmen“.

 

Quelle: Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, 2002


Staplerbedienen – nicht immer braucht´s einen Staplerschein

Staplerbedienen – nicht immer braucht´s einen Staplerschein

 

Die Bedienung von Flurförderzeugen kann – was den Fachkenntnisnachweis (Staplerschein) betrifft – zum Buch mit sieben Siegeln werden. Nachstehendes soll Klarheit bringen, Fakten zuordnen.

 

Selbstfahrende Arbeitsmittel mit einem Hubmast sind Hub- oder Gabelstapler. Sie können mit Gabeln oder Plattformen Lasten heben, absetzen oder stapeln.

Arbeitsmaschinen, die vergleichbare Arbeiten ausführen können, jedoch keinen Hubmast besitzen, sind keine Hubstapler (z. B. Radlader mit Gabeln auch diese können heben und stapeln Lasten).

 

Bemerkung:  Sogenannte Teleskopstapler (Teleskoplader) sind keine Hubstapler (kein Hubmast). Sie können beispielsweise für Stapler- oder Kranarbeiten eingesetzt werden.

 

Die Art und Notwendigkeit eines Fachkundenachweises beim Betrieb eines Teleskopstaplers richtet sich nach der vorgesehenen Verwendung des Geräts:

 

Hubstapler:

Bei der Verwendung eines Teleskopstaplers als Stapler ist nur dann ein Staplerschein erforderlich, wenn dabei vergleichbare Gefahren auftreten wie Kippgefahr, Stapeln in schmalen Regalgängen und unübersichtlichen Bereichen und Personenverkehr. Normalerweise sind diese Voraussetzungen bei Staplerarbeiten mit einem Teleskopstapler nicht gegeben – also kein Fachkenntnisnachweis.

Kran:

Das Heben und zusätzliche motorisch angetriebene Verfahren von Lasten in mindestens einer Richtung gilt als Funktion eines Krans. Besitzt der Teleskopstapler eine Tragfähigkeit über 50 kN (ca. 5.000 kg) oder ein Lastmoment über 100 kNm, so ist für seine Verwendung als Kran (Fahrzeug- bzw. Ladekran) ein Kranschein erforderlich. Bei geringerer Tragkraft und kleinerem Lastmoment ist kein Kranschein erforderlich.

Radlader:

Bei Verwendung eines Teleskopstaplers als Radlader durch Anbau einer Schaufel wird weder ein Stapler- noch ein Kranschein benötigt.

 

Beschäftigung der Arbeitnehmer/innen mit Fachkenntnissen *

  • 2. Mit nachfolgenden Arbeiten dürfen Arbeitgeber/innen nur Arbeitnehmer/innen beschäftigen, die die entsprechenden Fachkenntnisse durch ein Zeugnis gemäß § 4 nachweisen
  1. b) Führen von Hubstaplern (§ 2 Abs. 9 AM-VO).

 

Nachweis der Fachkenntnisse *

(4) Entspricht beim Führen von motorisch betriebenen selbstfahrenden Arbeitsmitteln mit wechselbarer Zusatzausrüstung zum Einsatz als Kran oder als Hubstapler (Kran-Stapler-Kombinationsgeräte) der durchzuführende Arbeitsvorgang:

 

  1. dem Führen von Kranen, ist der Nachweis der Fachkenntnisse für das Führen von Kranen erforderlich,
  2. dem Führen von Hubstaplern, ist der Nachweis der Fachkenntnisse für das Führen von Hubstaplern erforderlich.

 

Ausnahmen vom Fachkenntnisnachweis *

  • 3. (1) § 2 Z 1 gilt nicht für die Beschäftigung der Arbeitnehmer/innen mit der Durchführung folgender Arbeiten

 

  1. Führen von Hubstaplern, die ihre Last ausschließlich innerhalb der Radbasis aufnehmen und befördern oder die mittels Deichsel geführt werden.

 

Mitgänger-Flurförderzeuge

Mitgänger-Flurförderzeuge sind Flurförderzeuge mit elektrischem Antrieb, die durch eine mitgehende Person über eine Deichsel mit Steuereinrichtung gesteuert werden. Die Deichseln müssen sowohl eine ausreichende Länge haben als auch so gebaut sein, dass Mitgänger/in bei Fahrt in Deichselrichtung nicht zwischen einem Hindernis und dem Deichselkopf eingeklemmt werden kann, da sich in diesem Fall die Deichsel automatisch nach oben bewegt.

 

Landwirtschaft

Wird der Teleskoplader landwirtschaftlich genutzt, ist keine spezielle Fahrerlaubnis erforderlich.

 

Begriffsbestimmungen **

  • 2. (1) Arbeitsmittel im Sinne dieser Verordnung sind alle Maschinen, Apparate, Werkzeuge, Geräte und Anlagen, die zur Benutzung durch ArbeitnehmerInnen vorgesehen sind.

 

(2) Benutzung im Sinne dieser Verordnung umfasst alle ein Arbeitsmittel betreffende Tätigkeiten wie In- und Außerbetriebnahme, Gebrauch, Transport, Instandsetzung, Umbau, Instandhaltung, Wartung und Reinigung.

 

(9) Hubstapler sind mit Gabeln, Plattformen oder anderen Lastaufnahmemitteln ausgerüstete selbstfahrende Arbeitsmittel mit Hubmast, die dazu bestimmt sind, Lasten zu heben, sie an einen anderen Ort zu verbringen, dort abzusetzen oder zu stapeln oder in Regale einzubringen oder um sonstige Manipulationstätigkeiten mit Lasten unter Verwendung besonderer Zusatzgeräte durchzuführen. Hubstapler mit hubbewegtem Fahrersitz sind Hubstapler, die mit einem Fahrerplatz ausgerüstet sind, der mit dem Lastaufnahmemittel zum Einlagern von Lasten in Regale angehoben wird.

 

Quelle:

 *  RIS: Fachkenntnisverordnung

** RIS: Arbeitsmittelverordnung

 


Stapler – Sicherheitsvorschriften für Fahrer und Stapler

Stapler – Sicherheitsvorschriften für Fahrer und Stapler

 

Allgemeines

Auf oder mit einem Hubstapler zu arbeiten, birgt immer ein erhöhtes Gefahrenmoment. Der Stapler-Fahrer muss sich dieser Risiken stets bewusst sein. Das Kraftpaket Stapler ist wieselflink und kann – ohne Anstrengung für den Fahrer – tonnenschwere Lasten in beliebige Richtungen bewegen. Das erfordert uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Stapler-Fahrers. So lassen sich Schäden (Personen, Fahrzeuge, Lasten oder Lager) vermeiden. Das aber setzt voraus, dass der Stapler jederzeit im technisch einwandfreien Zustand und voll funktionsfähig ist. Nur so kann der Fahrer den Stapler beherrschen. Unabhängig von der Art und Größe der Hubstapler gibt es Sicherheitsvorschriften und die sind für alle Betriebe verbindlich. Die technischen Vorschriften betreffen den Stapler und die auf Personen bezogenen, den Stapler-Fahrer.

 

Technische Vorschriften Fahrzeug

EG-Maschinenrichtlinie

Um einen neuen Gabelstapler zum Verkehr zuzulassen, muss der Hersteller den Nachweis erbringen, dass die Vorgaben der EG-Maschinenrichtlinie erfüllt wurden. Das CE-Kennzeichen und die damit verbunden Konformitätserklärung sind der Beweis. Ohne CE-Kennzeichen darf keine Maschine – kein Stapler – in der EU in den Handel gebracht und verkauft werden. Der Hersteller bescheinigt mit der Konformitätserklärung, der Stapler stimmt mit der EG-Maschinenrichtlinie in der jeweils gültigen Fassung überein, erbringt den erforderlichen Nachweis für das Inverkehrbringen in Ländern der Europäischen Union.

In der EU hergestellte Hubstapler oder die über eine offizielle Niederlassung des Herstellers hier vertriebenen, sind mit einem CE-Kennzeichen versehen.

FEM 4.004

Die Fédération Européenne de la Manutention – Europäische Vereinigung der Förder- und Lagertechnik – ist ein europäischer Wirtschaftsverband. Die Prüfung nach FEM 4.004 „Regelmäßige Prüfung von Flurförderzeugen“ hat die ehemalige UVV-Prüfung abgelöst und gilt für angetriebene Flurförderzeuge nach ISO 5053 sowie für Mitgänger-Flurförderzeuge – sowohl für Geräte mit als auch für solche ohne Hubfunktion. Der Gesetzgeber schreibt regelmäßige Überprüfungen von Flurförderzeugen vor.

Im Rahmen der mindestens jährlich durchzuführenden und zu dokumentierenden Prüfung werden sowohl die Ausrüstung als auch der Zustand des Staplers geprüft und beurteilt. Konkret werden folgende Punkte anhand einer standardisierten Checkliste überprüft:

  • Hubeinrichtungen
  • Fahrantrieb und Bremsen
  • Fahrersitze und Bedienelemente
  • elektrische Ausrüstung
  • Hydrauliksystem
  • Fahrzeugrahmen und Sicherheitsausrüstung
  • verschiedene und spezielle Ausrüstungen
  • mit lebbaren Fahrerplatz
  • weitere Prüfungen nach Maßgabe des prüfenden Sachverständigen

Zur Durchführung der Prüfungen berechtigt sind Sachverständige, die über ausreichend Erfahrung und Fachwissen verfügen, um den Zustand eines FFZ beurteilen zu können. Bei größerem Staplerbestand kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, die regelmäßig wiederkehrenden Prüfungen in den Servicevertrag mit dem Hersteller oder Händler mit aufzunehmen. So lassen sich die Termine langfristig planen.

 

Vorschriften Fahrer

Stapler-Fahrer ein Lehrberuf

Der Beruf des Stapler-Fahrers ist kein Lehrberuf, trotzdem muss jeder, der einen Hubstapler steuert, seine Eignung und Qualifikation nachweisen. Die rechtliche Grundlage und den Rahmen hierfür ist:

Die Verordnung über den Nachweis der Fachkenntnisse BGBl. II Nr. 13/2007 – § 2 regelt, dass Arbeitnehmer für das Führen von Hubstaplern einen Fachkenntnisnachweis erbringen müssen. Im allgemeinen Sprachgebrauch auch Staplerschein genannt. Der Anhang 2 legt die Mindeststundenzahl der Schulung fest. Der Gesetzgeber bleibt dabei mit 20,5 Stunden am unteren Limit. Die vorgeschriebene Ausbildung schreibt die Vermittlung theoretischer Kenntnisse vor und einen Praxisteil von 1 Stunde. Da im Ausbildungsplan zwei Stunden als frei gestaltbar festgelegt sind, bietet es sich besonders für ungeübte Fahrer an, diese zu Übungszwecken zu verwenden.*

Lehrinhalte für den Staplerführerschein

Welche Inhalte die Ausbildung mindestens umfassen muss, ist exakt vorgeschrieben. Wichtige Kenntnisse zur Nutzung und Pflege von Hubstaplern werden, während der 2 bis 3-tägigen Ausbildung in Theorie und Praxis vermittelt:

  • Grundbegriffe der Elektrotechnik und der Mechanik                4 UE. **
  • Funktionen eines Hubstaplers u. dessen mechanischer und elektrischer Ausrüstung 4 UE.
  • rechtliche Bedingungen wie Arbeitnehmerschutzvorschriften 4 UE.
  • Kenntnisse über Betrieb und Wartung 3,5 UE.
  • Sicherheitseinrichtungen des Hubstaplers 2 UE.
  • zur freien Verfügung 2 UE.
  • Praxis 1 UE.

Am Kursende erfolgt die abschließende Prüfung in Theorie und Praxis. Wird diese erfolgreich abgeschlossen, kommt die Aushändigung des Staplerscheins.

** 1 UE. soll mindestens 50 Minuten umfassen.                                                                                                                                                                          

Nachdem die Ausbildung zum Staplerfahrer erfolgreich abgeschlossen wurde, kann der Fahrer von einem Unternehmen mit dem Führen von Hubstaplern beauftragt werden. Die Beauftragung muss schriftlich erfolgen und kann nicht auf andere Unternehmen übertragen werden.

Wichtig

Wiederkehrenden Prüfung: Sie beschreibt, dass der Fahrer täglich vor Einsatzbeginn sein Fahrzeug auf erkennbare Mängel zu prüfen und während des Betriebes auf Mängel zu achten hat. Mängel sind umgehend dem Vorgesetzten zu melden. Für die Mängel-Beseitigung dürfen nur fachkundige Personen eingesetzt werden.

Vorschriften Betrieb

Neben den gesetzlichen Sicherheitsvorschriften müssen Staplerfahrer auch die innerbetrieblichen Vorschriften kennen und beachten. Es liegt in der Verantwortung des Vorgesetzten, diese durch Unterweisungen zu vermitteln und deren Einhaltung zu überwachen. Ebenso ist es in der Verantwortung jedes Einzelnen, diese Regeln im täglichen Umgang mit Staplern zu beachten und Gefährdungen für sich und dritte zu vermeiden. Alle Sicherheitsvorschriften sollen dazu beitragen, die Risiken bei der Arbeit für jeden zu verringern. Ureigenes Interesse aller Beteiligten sollte es sein, die Sicherheitsvorschriften zu kennen und anzuwenden.

*Quelle: https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20005222