Arbeitsunfälle – vermeidbare Katastrophen

Arbeitsunfälle – vermeidbare Katastrophen

 

Allgemeines

Der Gesetzgeber sieht nach einem Arbeitsunfall die besonderen Pflichten für Arbeitgeberrinnen/Arbeitgeber zur Nachbereitung der Unfallsituation. Eine fundierte Analyse des Unfallhergangs, der Ursachen ist dabei besonders wichtig. Die Anzahl der bei der täglichen Arbeit verletzten ist hoch, es ist daher von entscheidender Bedeutung dem Unfallrisiko die notwendige Aufmerksamkeit zu widmen.

 

Der Gesetzgeber sieht nach einem Arbeitsunfall besondere Pflichten für Arbeitgeber vor. Gemäß §4 Abs. 4 und 5 ASchG muss nach jedem Arbeitsunfall eine Überprüfung und eventuell eine Anpassung der Arbeitsplatzevaluierung erfolgen – bisher festgelegte Schutzmaßnahmen sind auf die Wirksamkeit zu überprüfen und wenn nötig anzupassen, damit eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen erzielt wird.

 

Europäische Union – Statistik

„Statistiken zeigen, dass pro Jahr fast 5.500 Menschen in der Europäischen Union bei der Arbeit ums Leben kommen und eine weit größere Zahl Verletzungen davonträgt. Neben dem damit verbundenen menschlichen Leid verursachen Arbeitsunfälle allein direkte Versicherungskosten in Höhe von schätzungsweise 20 Mrd. Euro, hinzu kommen 149 Millionen verloren gegangene Arbeitstage. Alle zahlen den Preis dafür: jeder Einzelne, die Unternehmen und die Gesellschaft. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, den Unfallrisiken die nötige Aufmerksamkeit zu widmen“.

 

Quelle: Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, 2002


Gerichtsentscheidungen Haftung Geschäftsinhaber

Gerichtsentscheidungen Haftung Geschäftsinhaber

Es gibt bezüglich der Haftung von Geschäftsinhabern bereits Urteile.

Gabelstapler sind selbstfahrende Arbeitsgeräte. Damit wird die Gefährdungshaftung ausgeschlossen. Die Gefährdungshaftung gilt für die Tätigkeit des Gabelstaplerfahrers, die ein gewisses Gefährdungspotential enthält. Der Gabelstaplerfahrer muss dabei für seine Taten und sein Verhalten einstehen. Dieses Einstehen findet jedoch seine Grenzen in Gesetzen des Arbeitsrechts. Beim Fahrer von Gabelstaplern kommt es dabei auf die Verschuldenshaftung gem. § 823 i. V. m. § 831 BGB an. Beschädigt ein Staplerfahrer mit seinem Stapler ein Kundenfahrzeug, das für geschäftliche Zwecke auf das Firmengrundstück gefahren wird, so haftet das Unternehmen und ggf. der Staplerfahrer für den Schaden und Schadenersatz. Er hat rücksichtvoll zu fahren und nicht die Regeln der StVO einzuhalten. Diese gelten unter diesen Bedingungen nur begrenzt.

Wenn der Staplerfahrer im Rahmen seines Arbeitsverhältnisses schuldhaft eine Vertragsverletzung begeht, muss
er für den entstandenen Schaden haften, nicht der Arbeitgeber. Durch das Arbeitsrecht wird zwischen Vorsatz und
Fahrlässigkeit unterschieden. Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Arbeitnehmer nicht. Die mittlere Fahrlässigkeit
bedingt hingegen eine anteilmäßige Haftung. Die grobe Fahrlässigkeit bedingt die vollständige Haftung durch den
Staplerfahrer.