Sicher Stapler fahren – Deutschland

Sicher Stapler fahren

Deutschland

Das Be- und Entladen von Fahrzeugen – Achtung Unfallrisiko!

 

Stapler werden nicht nur fĂŒr den Transport von GĂŒtern von einem Punkt zum anderen eingesetzt, sie mĂŒssen auch hĂ€ufig Fahrzeuge be- und entladen. Hierbei muss der Stapler meist ĂŒber eine Laderampe oder -brĂŒcke auf einen LKW gefahren werden, muss dort Paletten aufnehmen oder absetzen. Solche Arbeiten beinhalten naturgemĂ€ĂŸ ein erhöhtes Unfallrisiko und jeder Staplerfahrer muss wissen, worauf er beim Umgang mit solchen Betriebsmitteln zu achten hat.

 

Laderampen, fahrbare Rampen und mehr

All diese baulichen Einrichtungen dienen dem Be- und Entladen von Fahrzeugen.

 

Laderampen erfĂŒllen oft mehrere Funktionen gleichzeitig, denn sie sind manchmal sowohl Verkehrsweg als auch Abstell- und Lagerplatz, dienen zur Sortierung von Kommissionen oder Zusammenstellungen von Sendungen. Dies erhöht das Unfallrisiko und vom Fahrer ist durchgehend volle Aufmerksamkeit gefordert.

Laderampen, die hauptsĂ€chlich fĂŒr die Nutzung durch FußgĂ€nger vorgesehen sind, mĂŒssen eine Mindestbreite von 0,80 m haben. Werden Flurförderzeuge darauf eingesetzt, kommt zur Mindestbreite von 0,80 m noch auf beiden Seiten ein zusĂ€tzlicher Sicherheitsabstand von jeweils 0,30 m dazu, d. h. die Rampe muss also mindestens 1,40 m Breite aufweisen, bzw. eine Mindestbreite von 2,20 m haben, wenn die  Laderampen auch fĂŒr motorbetriebene FFZ nutzbar sein sollen.

Wenn Laderampen ĂŒberdacht sind, erhöht sich fĂŒr Stapler und Hubwagen die Gleitsichertheit und die Auffahrt sollte einen Steigungswinkel von 7 Grad nicht ĂŒberschreiten. Um ein AbstĂŒrzen des Staplers von der Rampenkante zu verhindern, haben sich Leitplankensegmente bewĂ€hrt.

 

Ladeplattformen werden fĂŒr das stirnseitige Be- und Entladen von Sattelaufliefern, Containern oder WechselaufbaubrĂŒcken benötigt. Sie werden z.B. vor Laderampen installiert und sollten mindestens so breit sein wie die zu beladenden Fahrzeuge oder Container; an ihrer offenen Seite muss fĂŒr FFZ eine Absturzsicherung angebracht sein – Radabweiser oder Leitplankensegmente.

 

Fahrbare Rampen – der Name sagt es schon – sie sind ortsverĂ€nderlich. Auch hier darf die Auffahrt einen Steigungswinkel von 7 Grad nicht ĂŒberschreiten und auch fĂŒr die Mindestbreite gelten die gleichen Anforderungen wie fĂŒr ortsfeste Einrichtungen. Ungesicherte Rampenkanten sind durch gelb-schwarze SchrĂ€gstreifen, die eine Mindestbreite von 10 cm haben mĂŒssen, zu kennzeichnen, damit dieser Gefahrenbereich weithin sichtbar ist. Besonders große Laderampen sollten mit umlaufender farbiger Markierung gekennzeichnet sein, damit sie sich deutlich erkennbar von regulĂ€ren Verkehrswegen abgrenzt.

Ladestege eignen sich nicht mit dem Stapler oder anderen motorbetriebenen Flurförderzeugen befahren zu werden, bauartbedingt sind sie nur fĂŒr handbetĂ€tigte und handgefĂŒhrte GerĂ€te geeignet. Sie Ă€hneln zwar in ihrem Aufbau den fahrbaren Rampen, sind aber deutlich leichter konstruiert. Deshalb sollte ihre Mindestbreite nicht unter 0,55 m liegen, mit GelĂ€nder sollten sie eine Breite von mindestens 0,79 m haben. Ihre Steigung kann höher sein als bei Rampen oder Plattformen, um ein sicheres Begehen und Befahren zu ermöglichen, sollte sie 17 Grad nicht ĂŒberschreiten.

 

Ladeschienen werden verwendet, um motorbetriebene Fahrzeuge wie Bagger oder Lader auf einen LKW oder anderes GerĂ€t zu verladen. Es sind ortsverĂ€nderliche Einrichtungen, werden paarweise eingesetzt, mĂŒssen so breit sein, dass eventuelle Lenkkorrekturen des zu verladenden Fahrzeugs möglich sind, ohne dabei die Seitenkanten zu ĂŒberfahren. Damit sie immer sicher an der LadeflĂ€che befestigt werden, sind meist an den Schienen Haken angebracht, die in den Zwischenraum der LadeflĂ€che und der herunter gelegten Bordwand eingehĂ€ngt werden. Auch bei den Ladeschienen sollte der Steigungswinkel 17 Grad nicht ĂŒbersteigen.

LadebrĂŒcken sind technische Einrichtungen, die in der Regel an Laderampen oder Ladezonen fest installiert sind. Mit ihnen wird der Abstand zwischen Fahrzeug und Ladezone ĂŒberbrĂŒckt, deshalb mĂŒssen sie eine ausreichende TragfĂ€higkeit aufweisen, ausreichend ausgeleuchtet und sicher zu befahren sein. Vor jedem Befahren oder Begehen mĂŒssen die Sicherheitseinrichtungen in Funktionsstellung gebracht werden und sind gegen unabsichtliches Lösen zu sichern.

SelbsttĂ€tig sichernden LadebrĂŒcken sind zu bevorzugen, denn in Bereitschaft sind sie gegen ein Umfallen gesichert. LadebrĂŒcken die manuell angelegt werden, bergen immer die Gefahr, dass der Stapler auf der LadebrĂŒcke abrutschen kann, weil die Sicherung nicht ordnungsgemĂ€ĂŸ eingestellt wurde.

LadebrĂŒcken sollen möglichst waagerecht an die Fahrzeugbodenkante anschließen und einen Steigungswinkel von 17 Grad nicht ĂŒbersteigen, dann ist die Benutzung z. B. mit Gabelhubwagen und MitgĂ€nger-Flurförderzeugen, einfacher und sicherer, auch sollte sie mindestens 1,25 m breit sein.

Wenn eine LadebrĂŒcke in VerkehrsflĂ€chen eingebaut ist, muss sie mit der angrenzenden FlĂ€che in Ruhestellung eine Ebene bilden und sollte in dieser Stellung tragfĂ€hig abgestĂŒtzt sein. Anders verhĂ€lt es sich bei ortsverĂ€nderlichen LadebrĂŒcken, sie sollten nach der Benutzung hochgestellt werden, so sind sie beim Anlegen eines LKW in Bereitschaftsstellung und tragen so zur Arbeitssicherheit bei.

LadebordwĂ€nde sind in der Regel nur mit einer AbstĂŒtzung am Fahrzeug befestigt und weisen eine TragfĂ€higkeit von 1.600 kg auf, mĂŒssen aber den Belastungen, die beim Be- und Entladen auftreten, unter allen UmstĂ€nden standhalten. Ein Elektrostapler oder ein elektrisch angetriebenes MitgĂ€ngerfahrzeug ist selbst ohne Last deutlich schwerer als 1.600 kg, deshalb dĂŒrfen diese BĂŒhnen bei einseitiger AbstĂŒtzung nur mit einem handbetriebenen Handhubwagen befahren werden.

 

Wird solch eine BĂŒhne, etwa auf einer stationĂ€ren Laderampe mit einer zweiten AbstĂŒtzung gesichert, ist die BelastungsfĂ€higkeit erhöht und dann reicht es auch fĂŒr das Befahren mit einem Stapler aus.

Wenn Fahrzeuge von hinten ĂŒber eine Ladebordwand be- und entladen werden mĂŒssen, muss deren Zunge vollstĂ€ndig und ganz gleichmĂ€ĂŸig auf der LadeflĂ€che aufliegen. LadebordwĂ€nde verfĂŒgen ĂŒber eine Schwimmstellung, damit sie immer nach oben ausweichen können, immer genĂŒgend AuflageflĂ€che bieten, wenn sich die LadeflĂ€che beim Beladen des Fahrzeugs, aufgrund des steigenden Gewichtes stetig langsam nach unten bewegt.

 

Beim Entladen ergibt sich der gleiche Effekt, aber in umgekehrter Richtung. Die LadeflĂ€che wird hier nach und nach entlastet, bewegt sich also leicht nach oben. Bauartbedingt kann eine Ladebordwand den Höhenunterschied nicht automatisch ausgleichen, ĂŒber die Hubkorrektur muss manuell nivelliert werden, damit die Ladebordwand weiterhin plan auf der Laderampe aufliegt und nicht höher steht. Beim Befahren wĂ€re sie sonst ĂŒberlastet, besonders wenn neben dem Eigengewicht des FFZ auch noch das Lastgewicht auf die Ladebordwand wirkt. Damit das Material aller GerĂ€te nicht vorzeitig ermĂŒdet und spontan nachgibt, soll all das Beschriebene genauestens beachtet werden.

 

RegelmĂ€ĂŸige ÜberprĂŒfungen auf ihren betriebssicheren Zustand an allen baulichen Einrichtungen zum Be- und Entladen, mĂŒssen mindestens einmal im Jahr durch eine sachkundige befĂ€higte Person vorgenommen werden.

Werden in der Zwischenzeit SicherheitsmÀngel oder BeschÀdigungen festgestellt, die die Arbeitssicherheit gefÀhrden können, muss das im Betrieb gemeldet werden. Der verantwortliche Vorgesetzte wird das Lademittel dann stilllegen, bis der betriebssichere Zustand wiederhergestellt ist.