Staplerschein

Stapler fĂŒhren ohne Schein – kann teuer werden (Teil 1)

Stapler fĂŒhren ohne Schein – kann teuer werden (Teil 1) Einfache Sprache

 

Ausnahmsweise ohne

Auch ausnahmsweise, ohne den Besitz eines Staplerscheines zu fahren, kann fĂŒr den Fahrer ein nicht abschĂ€tzbares Risiko in sich bergen. Der Gesetzgeber schreibt vor: zum FĂŒhren von Hubstaplern dĂŒrfen nur solche Arbeitnehmer eingesetzt werden, die eine entsprechende Fachkenntnis durch Zeugnis nachweisen. Weiters bedarf das FĂŒhren eines Hubstaplers einer Fahrbewilligung, die vom Dienstgeber nach Unterweisung ĂŒber den Inhalt der Betriebsanweisung erteilt werden darf.

 

Konsequenzen ausgelöst

Die Unfallzahlen und die Folgeuntersuchungen besagen: annĂ€hernd zwei Drittel der Staplerfahrer-UnfĂ€lle werden durch mangelhaft geschulte Fahrer oder Fahrer ohne Schein verursacht. Der entstehenden Personen- und/oder Sachschaden kann schnell zum Problemfall werden. Die Fahrt ohne Staplerschein kann fĂŒr den betroffenen Fahrer unberechenbar zu einem finanziellen Risiko werden. Wird ohne Staplerschein gefahren und liegt keine innerbetriebliche schriftliche Beauftragung vor, kommt weder die Haftpflichtversicherung noch die AUVA fĂŒr den angerichteten Schaden auf. Den Hubstaplerfahrer kann eine – von ihm selbst ausgelöste – Kostenlawine ĂŒberrollen.

 

Verwaltungsrechtliche Haftung

Zu Arbeiten, die mit einer besonderen Gefahr fĂŒr die damit BeschĂ€ftigten oder andere Arbeitnehmer verbunden sind, dĂŒrfen nur Arbeitnehmer herangezogen werden, die geistig und körperlich geeignet sind, ĂŒber einen Nachweis der erforderlichen Fachkenntnis verfĂŒgen und ĂŒber die erforderliche Berufserfahrung verfĂŒgen (§ 62 Abs. 1 ASchG sowie § 62b Abs. 1 B-BSG).

 

Werden Arbeitnehmer mit derartigen Arbeiten beschĂ€ftigt, obwohl sie die zur deren DurchfĂŒhrung erforderlichen Voraussetzungen nicht erfĂŒllen, begeht der Dienstgeber eine VerwaltungsĂŒbertretung (§ 130 Abs. 1 Z 20 ASchG). Eine solche VerwaltungsĂŒbertretung ist mit einer Geldstrafe von € 166 bis € 8.324, im Wiederholungsfall mit Geldstrafe von € 333 bis € 16.659 zu bestrafen.

 

Vom Dienstgeber wird gefordert, dass er ein wirksames Kontrollsystem einrichtet, durch das VerwaltungsĂŒbertretungen im Unternehmen verhindert werden. Die Einrichtung eines entsprechenden Kontrollsystems kann zu einer Befreiung von verwaltungsstrafrechtlicher Verantwortung fĂŒhren. Ein derartiges Kontrollsystem setzt voraus, dass in systematischer Weise möglichen VerstĂ¶ĂŸe nachgegangen wird, diese VerstĂ¶ĂŸe dokumentiert werden und zu entsprechenden Konsequenzen fĂŒhren, sodass die Einhaltung von Arbeitnehmerschutzvorschriften gewĂ€hrleistet ist.

 

Ereignet sich z. B. ein Unfall, bei dem der Mitarbeiter trotz Unterweisung und zur Kenntnisbringung der Betriebsanleitung einen Sicherheitsgurt nicht anlegte und dadurch verletzt wurde, hat der Dienstgeber eine Übertretung des ASchG zu verantworten, wenn kein wirksames Kontrollsystem etabliert wurde.

 

Der Dienstgeber hat durch die Einrichtung eines solchen Kontrollsystems dafĂŒr Sorge zu tragen, dass keine Arbeitnehmer ohne Staplerschein eingesetzt werden.

 

Strafrechtliche Haftung

Werden zum FĂŒhren von Hubstaplern Arbeitnehmer eingesetzt werden, die ĂŒber die erforderliche Fachkenntnis nicht verfĂŒgen, stellt dies eine den Dienstgeber persönlich treffende Sorgfaltswidrigkeit dar. Wird durch diesen Arbeitnehmer ein Dritter verletzt, kann neben dem – den Unfall verursachenden – Arbeitnehmer auch der Dienstgeber strafrechtlich belangt werden. Im Zusammenhang mit einem Unfall beim Lenken eines PKW ohne FĂŒhrerschein wurde der Dienstgeber strafrechtlich fĂŒr die, durch den ungeeigneten (jugendlichen) Kraftfahrzeuglenker fahrlĂ€ssig verschuldete Tötung eines Dritten verurteilt.

 

 

Quelle: ĂŒbernommen aus „Haftung beim Einsatz von Arbeitnehmern ohne Staplerschein“ von Dr. Johann Grasch und Dr. Christian Krachler sind AnwĂ€lte in Leibnitz.

Link dazu unter: http://www.recht-empfinden.at/blog/2020/03/31/haftung-beim-einsatz-von-arbeitnehmern-ohne-staplerschein/

Abschließend weisen wir darauf hin, dass diese Information lediglich
eine grundlegende Orientierung darstellt und keine Haftung fĂŒr
die Richtigkeit und VollstĂ€ndigkeit ĂŒbernommen wird.


Stapler-Österreich – Hubstapler Fahrer: Verantwortung – Verschulden – Haftung

Stapler-Österreich

Hubstapler Fahrer: Verantwortung – Verschulden – Haftung

Verantwortung

Es geht nur ohne Wenn und Aber, steht die Verantwortung in der Diskussion. Oberster Grundsatz ist: Jeder Mensch hat fĂŒr seine Handlungen die Verantwortung zu ĂŒbernehmen. Dieser Grundsatz gilt im Privatleben und auch im beruflichen Umfeld, ist nicht nur ein moralischer Aspekt, sondern auch ein juristischer Fakt. Aus der Verantwortung entstehen juristische Konsequenzen wie Schuld und Haftung.

 

Schaden verursachen – dafĂŒr geradestehen

Wer als Arbeitnehmer – als Staplerfahrer – bei seiner TĂ€tigkeit einen Schaden verursacht, wird dafĂŒr Verantwortung ĂŒbernehmen mĂŒssen und gegebenenfalls auch dafĂŒr juristisch geradestehen. Das gilt auch bei Handlungen, die nicht eigeninitiativ, sondern auf ausdrĂŒckliche Anweisung durchgefĂŒhrt wurden. Ein Staplerfahrer, der bei einem hektischen Ladevorgang einen Unfall verursacht, ist dafĂŒr auch verantwortlich – das bedeutet nicht in jedem Fall, dass der Fahrer auch in die Haftung genommen und zum finanziellen Schadensausgleich verpflichtet werden kann.

Verantwortung des Unternehmers – des Arbeitnehmers

Die Verantwortung des Unternehmers liegt im betrieblich beruflichen Umfeld. Er ist verantwortlich dafĂŒr, dass Stapler und in Bezug stehende Betriebsanlagen regelmĂ€ĂŸig ĂŒberprĂŒft werden und keine GefĂ€hrdung der Arbeitssicherheit von diesen ausgeht. Verantwortung trĂ€gt er auch fĂŒr das eingesetzte Personal. Es obliegt ihm, Arbeitnehmer entsprechend ihren Fertigkeiten und ihren Qualifikationen einzusetzen, zu unterweisen und weiterzubilden.

Die unternehmerische Verantwortung entbindet die Mitarbeiter allerdings nicht davon, in ihrem Arbeitsumfeld selbstverantwortlich zu agieren. So sollten seitens der Mitarbeiter Handlungen unterbleiben, die eine allgemeine GefĂ€hrdung fĂŒr sich und andere mit sich bringen z. B. auch SchĂ€den an Waren, GerĂ€ten, Lagereinrichtung und GebĂ€uden.

Basis – der Staplerschein

Es ist Pflicht, dass alle Staplerfahrer zunĂ€chst den Staplerschein erwerben mĂŒssen. Sie lernen im Rahmen der Ausbildung auch den richtigen, sicheren Umgang mit dem Stapler und der Last. Es liegt in der Verantwortung des Staplerfahrers, den Hubstapler sicher zu steuern, die Sicherheitsanweisungen und Vorschriften zu kennen und auch zu beachten. Entdeckte oder verursachte MĂ€ngel oder SchĂ€den am Stapler oder anderen Betriebseinrichtungen unmittelbar zu melden.

Mitarbeiter und die Verantwortung im Betrieb

Wer als Staplerfahrer seine Verantwortung nicht erfĂŒllt, ist verantwortlich fĂŒr die sich ergebenden Folgen. Er wird zur Verantwortung gezogen. Als Beispiel: Wer den Stapler verlĂ€sst und die Feststellbremse nicht betĂ€tigt, ist fĂŒr den wegrollenden Stapler und den sich hieraus ergebenden Unfall verantwortlich und muss in der Folge dafĂŒr haften.

Auf Unternehmerseite kann die Verantwortung zumindest teilweise delegiert und ĂŒbertragen werden. Der Unternehmer kann Personen benennen (und vertraglich verpflichten), die fĂŒr die Einhaltung von Arbeitssicherheitsvorgaben z. B. im Lager, verantwortlich sind. Der Unternehmer hat sich regelmĂ€ĂŸig davon zu ĂŒberzeugen, dass die Verantwortlichen ihre TĂ€tigkeiten in seinem Sinne ausfĂŒhren und alle geltenden Vorschriften beachten.

Der Staplerfahrer hat keinerlei Möglichkeit, seine Verantwortung zu delegieren. Die Verantwortung, seinen Stapler vorausschauend, vorschriftsgemĂ€ĂŸ zu steuern, kann nur der Fahrer selbst ĂŒbernehmen. Dazu zĂ€hlt auch, die unbefugte Nutzung des Staplers durch das Abziehen des SchlĂŒssels zu verhindern.
Jeder Unternehmens-Mitarbeiter haftet fĂŒr seinen Verantwortungsbereich, ist also juristisch gesehen der Garant fĂŒr seine sicherheitsgerechte Arbeit.
Der Unternehmer haftet fĂŒr den sicheren Zustand des Betriebes und der dort eingesetzten Arbeitsmittel, wĂ€hrend der BeschĂ€ftigte fĂŒr den sicheren Umgang mit den Arbeitsmitteln haftet.

 

Die Frage der Schuld

Die juristische GrĂ¶ĂŸe ‚Haftung‘ ist an eine Voraussetzung geknĂŒpft – an die Schuld. In Haftung kann nur jemand genommen werden, bei dem ein vorwerfbares Verhalten vorliegt – ein Verschulden des Betroffenen.

Die Haftung ist in der Regel mit Konsequenzen verbunden, die meist finanzieller Art sind. Aus diesem Grund werden Haftungsfragen hÀufig vor Gericht abgeklÀrt.
Eine betriebliche Haftung – und damit die Schuldfrage bei UnfĂ€llen im Betrieb – wird vor Gericht anhand von folgenden Kriterien geprĂŒft:

Tatbestand: Hier wird zunĂ€chst geprĂŒft, ob zwischen dem Verhalten des SchĂ€digers und dem Schaden ein Zusammenhang besteht. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Verhalten aktiv durch eine Handlung – oder passiv durch eine Unterlassen zu dem Schaden gefĂŒhrt hat. Allerdings haftet bei einer Unterlassung nur derjenige, der fĂŒr die Sache (z. B. den Stapler oder Arbeitsbereich) verantwortlich ist (Garantenstellung).
Sorgfaltspflichtverletzung: Hier wird geprĂŒft, ob der Unfall durch einen Verstoß gegen Vorschriften entstanden ist und ob bei Beachtung der Vorschriften der Unfall/Schaden hĂ€tte vermieden werden können.
Rechtfertigungsgrund: Im nĂ€chsten Schritt erfolgt die PrĂŒfung, ob der SchĂ€diger fĂŒr sein Verhalten einen Rechtfertigungsgrund vorbringen kann. Das wĂ€re etwa dann gegeben, wenn das schĂ€digende Verhalten aus Notwehr oder zur Gefahrenabwehr erfolgt wĂ€re. Im betrieblichen Umfeld ist das jedoch meist nicht der Fall.
Schuld und Verschulden: Um juristisch von einem Verschulden sprechen zu können, mĂŒssen Tatbestand und Sorgfaltspflichtverletzung dem SchĂ€diger persönlich vorzuwerfen sein. Ist das nicht der Fall, liegt kein Verschulden vor, was die Haftung erheblich einschrĂ€nkt.

FahrlÀssigkeit und Vorsatz

Bei Fragen der betrieblichen Haftung sind zwei Formen des Verschuldens relevant: FahrlÀssigkeit und Vorsatz.
FahrlĂ€ssigkeit wird ungefĂ€hr wie folgt definiert: „FahrlĂ€ssig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lĂ€sst“. Unter Verkehr ist hier jede Handlung zu verstehen, auch das Unterlassen von erforderlichen Handlungen. Wer einen Hubstapler fĂ€hrt, handelt dann fahrlĂ€ssig, wenn er die regelmĂ€ĂŸige ÜberprĂŒfung des Staplers vor Arbeitsbeginn aus ZeitgrĂŒnden nicht durchfĂŒhrt und dann aufgrund eines Defektes am GerĂ€t einen Unfall verursacht. Denn dies stellt eine Verletzung der Sorgfaltspflicht dar – ein Indiz fĂŒr schuldhaftes Verhalten.
Wenn eine objektive Sorgfaltspflichtverletzung vorliegt (z. B. ein Verstoß gegen die UnfallverhĂŒtungsvorschriften), ist anschließend zu prĂŒfen, ob eine subjektive Sorgfaltspflichtverletzung vorliegt, die zu einer persönlichen Haftung des SchĂ€digers fĂŒhrt.
Eine solche subjektive Sorgfaltspflichtverletzung liegt immer dann vor, wenn die folgenden drei Voraussetzungen gegeben sind:

‱ Der Eintritt eines Schadens ist voraussehbar gewesen.
‱ Der Schaden hĂ€tte vermieden werden können.
‱ Die Vermeidung des Schadens war dem SchĂ€diger zuzumuten.

Die Frage, wie stark eine solche Sorgfaltspflichtverletzung wiegt und welche Strafen sich daraus ableiten, hĂ€ngt auch vom Grad der FahrlĂ€ssigkeit ab, wobei die Grenzen zwischen FahrlĂ€ssigkeit und Vorsatz fließend sind. Strafen können sowohl zivilrechtlicher (Schadenersatz, Schmerzensgeld) als auch strafrechtlicher Natur (Freiheitsstrafe) sein, wobei eine strafrechtliche Relevanz meist den Nachweis des Vorsatzes voraussetzt.
Vorsatz ist aber nicht erst anzunehmen bzw. gegeben, wenn ein Schaden willentlich herbeigefĂŒhrt wird, sondern bereits dann, wenn er billigend in Kauf genommen wird. Wer also um eine GefĂ€hrdung weiß und sich dennoch nicht so verhĂ€lt, dass die GefĂ€hrdung ausgeschlossen werden kann, handelt vorsĂ€tzlich, selbst wenn er hinterher vom Ausmaß des Schadens ĂŒberrascht wird. Die persönlichen Konsequenzen sind dann erheblich drastischer – insbesondere dann, wenn durch das eigene Fehlverhalten nicht nur Sach-, sondern auch Personenschaden entstanden ist. Die Folgen reichen von arbeitsrechtlichen Konsequenzen wie Abmahnung oder KĂŒndigung ĂŒber zivilrechtliche Konsequenzen bis hin zu strafrechtlicher Verfolgung.


Stapeln ohne Staplerschein – ein Traum oder Angsttraum

Stapeln ohne Staplerschein – ein Traum oder Angsttraum

Die Mitteilung einer namhaften Herstellerfirma von Hubstaplern hat Potenzial fĂŒr breitere Diskussionen. Die Firma hat eine Serie an Hochhubwagen mit Gegengewicht ĂŒberarbeitet. Die GerĂ€te sollen jetzt eine fĂŒhrerscheinfreie Alternative zu den staplerscheinpflichtigen Gegengewichtsstapler bilden“.

 

Kinderspiel oder erhöhtes Risiko?

Nach Aussagen der Firma wird das Aufnehmen von Paletten und anderen LadungstrĂ€gern mit dem Hochhubwagen zum Kinderspiel. Das Ganze soll bei einer Tragkraft von bis zu 2.000 Kilogramm und einer Hubhöhe bis zu 5,46 Meter die ArbeitsablĂ€ufe – Heben und Senken – spĂŒrbar vereinfachen. Der neue Hochhubwagen soll nach Aussagen des Herstellers den Warenfluss optimieren und so flexibel sein wie das berĂŒhmte „Schweizer Messer“.

 

Ein GerÀt der Superlative

  • Der neue Hochhubwagen soll ermĂŒdungsfrei arbeiten, freie Sicht gewĂ€hren und mit nur einer Hand zu fĂŒhren sein.
  • Eine optionale TragfĂ€higkeitsanzeige zeigt dem Fahrer nicht nur die aktuelle Hubhöhe an, sie zeigt auch die dazugehöriger ResttragfĂ€higkeit.
  • Kurvensicheres Fahren: die ‚Curve Speed Control‘ passt die Kurven-Geschwindigkeit automatisch an den Lenkwinkel an.
  • Der Hochhubwagen lĂ€sst sich bestens online verwalten. Er eignet sich bei guter Kontrollmöglichkeit fĂŒr mehrere Fahrer.
  • Die Hubhöhe betrĂ€gt bis zu 5.466 mm – Tragkraft bis zu 2.000 kg, zum Einsatz kommt ein kraftvoller, zuverlĂ€ssiger Drehstrom-Motor.
  • Der Hubwagen ist fĂŒr alle herkömmlichen Paletten-Arten und alle LadungstrĂ€ger einsatzfĂ€hig.

 

Jetzt könnte es kritisch werden

Allgemein betrachtet, wĂŒrde zum FĂŒhren eines Gabelstaplers eine entsprechende Ausbildung in Theorie und Praxis benötigt.  MitgĂ€nger-Stapler dĂŒrfen bei einer Geschwindigkeit bis 6 km/h, einer Hubhöhe von knapp 5,50 m und einer Tragkraft von 2.000 kg in vielen LĂ€ndern schon nach „kurzer betriebsspezifischer Unterweisung“ auch ohne Staplerschein bedient werden.

Risiko bleibt Risiko

Das stellt die Frage in den Raum: Darf man das Rest-Risiko, dass eigentlich immer noch weiter besteht, wirklich ohne Wenn und Aber vernachlĂ€ssigen – einfach ignorieren? Die Antwort darauf sollte ein NEIN sein. 2.000 Kilogramm in etwa 5,50 Meter ĂŒber Grund bilden immer einen Risiko-Faktor – mit oder ohne Staplerschein.

Allerdings darf man da von ausgehen, dass „mit“ dem StaplerfĂŒhrer das Risiko – dank der Ausbildung in Theorie und Praxis – immer bewusst sein wird und entsprechend handelt. Es darf nicht sein, dass FĂŒhrern von Staplern eine Verantwortung aufgebĂŒrdet wird, die sie nach einer „kurzen betriebsspezifischen Unterweisung“ nicht ĂŒberblicken, nicht abschĂ€tzen können. Es sollte nicht möglich sein, dass jeder ein fahrbares Arbeitsmittel fĂŒhren darf, von dem selbst der Gesetzgeber sagt:

„Zu bestimmten Arbeiten, die mit einer besonderen Gefahr fĂŒr die damit BeschĂ€ftigten oder fĂŒr andere ArbeitnehmerInnen verbunden sind, dĂŒrfen nur ArbeitnehmerInnen herangezogen werden, die ĂŒber einen Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse verfĂŒgen“.

 

Zu diesen TÀtigkeiten zÀhlen:

 

  • das FĂŒhren folgender Krane:
  • flurgesteuerte Krane mit einer TragfĂ€higkeit von mehr als 50 kN,
  • Lauf- Bock- und Portalkrane, SĂ€ulendreh- und Wandschwenkkrane
  • Dreh- und Auslegerkrane
  • Fahrzeug- und Ladekrane mit einer TragfĂ€higkeit von mehr als 50 kN bzw. einem Lastmoment von mehr als 100 kNm,
  • Sonderkrane (Kabel-, Rohrleger-, Schwimm-, Gieß-, Stripper-, Blockwende-, Chargier-, HĂŒtten-, Hafenmobil- und Schienenkrane)
  • das FĂŒhren von Hubstaplern, ausgenommen Hubstapler, die ihre Last ausschließlich innerhalb der Radbasis aufnehmen und befördern bzw. deichselgefĂŒhrte Stapler,
  • Arbeiten im Rahmen des Einsatzes von Gasrettungsdiensten,
  • die selbstĂ€ndige DurchfĂŒhrung von Sprengarbeiten,
  • Taucharbeiten (allgemeine Taucharbeiten, Forschungstaucharbeiten, TĂ€tigkeit als Signalperson)
  • Vorbereitung und Organisation von Arbeiten unter Hochspannung (Arbeiten an elektrischen Starkstromanlagen unter Wechselspannungen ĂŒber 1 kV oder Gleichspannungen ĂŒber 1,5 kV),
  • bĂŒhnentechnische Vorbereitungs- und Organisationsarbeiten,
  • beleuchtungstechnische Vorbereitungs- und Organisationsarbeiten
  • Arbeiten als Sicherungsposten, als Sicherungsaufsicht, oder als Betriebsleiter im Eisenbahnbereich.

 

 

FĂŒr die oben genannten TĂ€tigkeiten ist die Art und der Umfang der Ausbildung in den ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen detailliert vorgeben. Diese Ausbildungen dĂŒrfen nur durch entsprechende Ausbildungseinrichtungen vermittelt werden.

 

Nachweis der Fachkenntnisse

  • 63. (1) Der Nachweis der Fachkenntnisse gemĂ€ĂŸ § 62 ist durch ein Zeugnis einer hierfĂŒr in Betracht kommenden Unterrichtsanstalt oder durch ein Zeugnis einer anderen Einrichtung zu erbringen, die hierzu vom Bundesminister fĂŒr Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz ermĂ€chtigt wurde.

 

Fachkenntnisausbildungsgebiete

  • 6. Die Ausbildung muss je nach Ausbildungsgebiet mindestens die nachfolgend angefĂŒhrte Gesamtzahl an Unterrichtseinheiten (einschließlich praktischer Übungen) umfassen:

 

Ausbildungsgebiet gemĂ€ĂŸ § 6 Z 2

FÜHREN VON HUBSTAPLERN

Ausbildungsinhalte Unterrichtseinheiten
1. Grundbegriffe der Mechanik und Elektrotechnik 4
2. Aufbau und Arbeitsweise von Hubstaplern, mechanische und elektrische AusrĂŒstung von Hubstaplern 4
3. Sicherheitseinrichtungen von Hubstaplern 2
4. Betrieb und Wartung von Hubstaplern 3,5
5. Arbeitnehmerschutzvorschriften, sonstige Rechtsvorschriften, Normen und Richtlinien zum sicheren FĂŒhren von Hubstaplern 4
Mindestanzahl Unterrichtseinheiten (UE Theorie) 17,5
Frei gestaltbare UE 2
Praktische Übungen 1
GESAMTZAHL UE 20,5

 

Wir vertreten die Ansicht, dass sich das Ausbildungssystem inklusive der aufwendigen Vorschriften bisher bestens bewĂ€hrt hat. Es war und ist vor allem Basis fĂŒr Sicherheit beim Betrieb von Hubstaplern. Ein Grund, an diesem System herumzuexperimentieren und den Faktor Sicherheit zu vernachlĂ€ssigen, besteht nicht.

 

 

 

 


Stopp – Fahren ohne Staplerschein nicht erlaubt

Staplerschein

Stopp – Fahren ohne Staplerschein nicht erlaubt

Um mit einem Hubstapler fahren zu dĂŒrfen, bedarf es grundsĂ€tzlich eines speziellen Flurfördermittelscheins. Dieser wird umgangssprachlich auch Staplerschein genannt. Im Gegensatz zum normalen Kfz-FĂŒhrerschein ist es beim Staplerschein notwendig, dass der Inhaber Jahr fĂŒr Jahr an einer besonderen, betrieblichen Unterweisung teilnimmt. Der Besitz des Kfz-FĂŒhrerscheins ist nicht Voraussetzung den Staplerschein machen zu können.

Technisches VerstÀndnis, Vor- und Umsicht bilden die Basis

Hubstapler zĂ€hlen zu den selbstfahrenden ArbeitsgerĂ€ten. Ihr Einsatzgebiet ist vornehmlich die Logistikbranche. Unternehmen, die Hubstapler zum Einsatz bringen, mĂŒssen Mitarbeiter (w/m) mit gĂŒltigem Staplerschein beschĂ€ftigen.

Einen Hubstapler durch enge Regalreihen zu steuern, schwere Lasten mit ihm in hohe Regale zu platzieren, setzt nicht nur Geschick voraus. Entsprechend umfassend ist die Ausbildung zum Hubstaplerfahrer, dafĂŒr sollten gewissen Voraussetzungen erfĂŒllt werden:

‱ Eine der Grundbedingungen ist das VerstĂ€ndnis der physikalischen GesetzmĂ€ĂŸigkeiten, Schwer- und FliehkrĂ€fte, Beschleunigung von Masse etc.
‱ körperliche Beweglichkeit, schnelles Reaktionsvermögen, gutes Sehen und angemessenes Hörvermögen werden vorausgesetzt,
‱ das vollendete 18. Lebensjahr ist Voraussetzung, um nach Abschluss des Kurses fĂŒr den Staplerschein, zur PrĂŒfung zugelassen zu werden.

Unhandliche GĂŒter – mit FeingefĂŒhl bewegt

Vertrauenerweckend wirkt es nicht, wenn sich die klein bemessenen, schwergewichtigen Hubstapler durch die engen Regalreihen zwÀngen und dabei noch Lasten auf Paletten in die Hochregale befördern. Wenn diese ArbeitsgerÀte wieselflink LKWs an schmalen Rampen ent- oder beladen. So manche Situation wirkt grenzwertig und unfalltrÀchtig und die offiziellen Unfallstatistiken bestÀtigen das hohe Unfallrisiko der Hubstaplerfahrer.

Fahren ohne Staplerschein

Ohne Staplerschein zu fahren, ist fĂŒr den Fahrer ein nicht abschĂ€tzbares Risiko. Die Unfallzahlen und die Untersuchungen dazu besagen, fast zwei Drittel der Staplerfahrer-UnfĂ€lle werden durch mangelhaft geschulte Fahrer verursacht. Der dabei entstehenden Personen- und Sachschaden kann schnell zum riesigen Problemfall werden, kann sich die Fahrt ohne Staplerschein fĂŒr den Betroffenen unberechenbar zu einem finanziellen Risiko auswachsen. Wird ohne Staplerschein gefahren und liegt keine innerbetriebliche schriftliche Beauftragung vor, kommt weder die Haftpflichtversicherung noch die AUVA fĂŒr den angerichteten Schaden auf. Der Hubstaplerfahrer wird buchstĂ€blich von einer Kostenlawine ĂŒberrollt.