Staplerschein

Stapler führen ohne Schein – kann teuer werden (Teil 1)

Stapler führen ohne Schein – kann teuer werden (Teil 1) Einfache Sprache

 

Ausnahmsweise ohne

Auch ausnahmsweise, ohne den Besitz eines Staplerscheines zu fahren, kann für den Fahrer ein nicht abschätzbares Risiko in sich bergen. Der Gesetzgeber schreibt vor: zum Führen von Hubstaplern dürfen nur solche Arbeitnehmer eingesetzt werden, die eine entsprechende Fachkenntnis durch Zeugnis nachweisen. Weiters bedarf das Führen eines Hubstaplers einer Fahrbewilligung, die vom Dienstgeber nach Unterweisung über den Inhalt der Betriebsanweisung erteilt werden darf.

 

Konsequenzen ausgelöst

Die Unfallzahlen und die Folgeuntersuchungen besagen: annähernd zwei Drittel der Staplerfahrer-Unfälle werden durch mangelhaft geschulte Fahrer oder Fahrer ohne Schein verursacht. Der entstehenden Personen- und/oder Sachschaden kann schnell zum Problemfall werden. Die Fahrt ohne Staplerschein kann für den betroffenen Fahrer unberechenbar zu einem finanziellen Risiko werden. Wird ohne Staplerschein gefahren und liegt keine innerbetriebliche schriftliche Beauftragung vor, kommt weder die Haftpflichtversicherung noch die AUVA für den angerichteten Schaden auf. Den Hubstaplerfahrer kann eine – von ihm selbst ausgelöste – Kostenlawine überrollen.

 

Verwaltungsrechtliche Haftung

Zu Arbeiten, die mit einer besonderen Gefahr für die damit Beschäftigten oder andere Arbeitnehmer verbunden sind, dürfen nur Arbeitnehmer herangezogen werden, die geistig und körperlich geeignet sind, über einen Nachweis der erforderlichen Fachkenntnis verfügen und über die erforderliche Berufserfahrung verfügen (§ 62 Abs. 1 ASchG sowie § 62b Abs. 1 B-BSG).

 

Werden Arbeitnehmer mit derartigen Arbeiten beschäftigt, obwohl sie die zur deren Durchführung erforderlichen Voraussetzungen nicht erfüllen, begeht der Dienstgeber eine Verwaltungsübertretung (§ 130 Abs. 1 Z 20 ASchG). Eine solche Verwaltungsübertretung ist mit einer Geldstrafe von € 166 bis € 8.324, im Wiederholungsfall mit Geldstrafe von € 333 bis € 16.659 zu bestrafen.

 

Vom Dienstgeber wird gefordert, dass er ein wirksames Kontrollsystem einrichtet, durch das Verwaltungsübertretungen im Unternehmen verhindert werden. Die Einrichtung eines entsprechenden Kontrollsystems kann zu einer Befreiung von verwaltungsstrafrechtlicher Verantwortung führen. Ein derartiges Kontrollsystem setzt voraus, dass in systematischer Weise möglichen Verstöße nachgegangen wird, diese Verstöße dokumentiert werden und zu entsprechenden Konsequenzen führen, sodass die Einhaltung von Arbeitnehmerschutzvorschriften gewährleistet ist.

 

Ereignet sich z. B. ein Unfall, bei dem der Mitarbeiter trotz Unterweisung und zur Kenntnisbringung der Betriebsanleitung einen Sicherheitsgurt nicht anlegte und dadurch verletzt wurde, hat der Dienstgeber eine Übertretung des ASchG zu verantworten, wenn kein wirksames Kontrollsystem etabliert wurde.

 

Der Dienstgeber hat durch die Einrichtung eines solchen Kontrollsystems dafür Sorge zu tragen, dass keine Arbeitnehmer ohne Staplerschein eingesetzt werden.

 

Strafrechtliche Haftung

Werden zum Führen von Hubstaplern Arbeitnehmer eingesetzt werden, die über die erforderliche Fachkenntnis nicht verfügen, stellt dies eine den Dienstgeber persönlich treffende Sorgfaltswidrigkeit dar. Wird durch diesen Arbeitnehmer ein Dritter verletzt, kann neben dem – den Unfall verursachenden – Arbeitnehmer auch der Dienstgeber strafrechtlich belangt werden. Im Zusammenhang mit einem Unfall beim Lenken eines PKW ohne Führerschein wurde der Dienstgeber strafrechtlich für die, durch den ungeeigneten (jugendlichen) Kraftfahrzeuglenker fahrlässig verschuldete Tötung eines Dritten verurteilt.

 

 

Quelle: übernommen aus „Haftung beim Einsatz von Arbeitnehmern ohne Staplerschein“ von Dr. Johann Grasch und Dr. Christian Krachler sind Anwälte in Leibnitz.

Link dazu unter: http://www.recht-empfinden.at/blog/2020/03/31/haftung-beim-einsatz-von-arbeitnehmern-ohne-staplerschein/

Abschließend weisen wir darauf hin, dass diese Information lediglich
eine grundlegende Orientierung darstellt und keine Haftung für
die Richtigkeit und Vollständigkeit übernommen wird.


Stapler-Österreich – Hubstapler Fahrer: Verantwortung – Verschulden – Haftung

Stapler-Österreich

Hubstapler Fahrer: Verantwortung – Verschulden – Haftung

Verantwortung

Es geht nur ohne Wenn und Aber, steht die Verantwortung in der Diskussion. Oberster Grundsatz ist: Jeder Mensch hat für seine Handlungen die Verantwortung zu übernehmen. Dieser Grundsatz gilt im Privatleben und auch im beruflichen Umfeld, ist nicht nur ein moralischer Aspekt, sondern auch ein juristischer Fakt. Aus der Verantwortung entstehen juristische Konsequenzen wie Schuld und Haftung.

 

Schaden verursachen – dafür geradestehen

Wer als Arbeitnehmer – als Staplerfahrer – bei seiner Tätigkeit einen Schaden verursacht, wird dafür Verantwortung übernehmen müssen und gegebenenfalls auch dafür juristisch geradestehen. Das gilt auch bei Handlungen, die nicht eigeninitiativ, sondern auf ausdrückliche Anweisung durchgeführt wurden. Ein Staplerfahrer, der bei einem hektischen Ladevorgang einen Unfall verursacht, ist dafür auch verantwortlich – das bedeutet nicht in jedem Fall, dass der Fahrer auch in die Haftung genommen und zum finanziellen Schadensausgleich verpflichtet werden kann.

Verantwortung des Unternehmers – des Arbeitnehmers

Die Verantwortung des Unternehmers liegt im betrieblich beruflichen Umfeld. Er ist verantwortlich dafür, dass Stapler und in Bezug stehende Betriebsanlagen regelmäßig überprüft werden und keine Gefährdung der Arbeitssicherheit von diesen ausgeht. Verantwortung trägt er auch für das eingesetzte Personal. Es obliegt ihm, Arbeitnehmer entsprechend ihren Fertigkeiten und ihren Qualifikationen einzusetzen, zu unterweisen und weiterzubilden.

Die unternehmerische Verantwortung entbindet die Mitarbeiter allerdings nicht davon, in ihrem Arbeitsumfeld selbstverantwortlich zu agieren. So sollten seitens der Mitarbeiter Handlungen unterbleiben, die eine allgemeine Gefährdung für sich und andere mit sich bringen z. B. auch Schäden an Waren, Geräten, Lagereinrichtung und Gebäuden.

Basis – der Staplerschein

Es ist Pflicht, dass alle Staplerfahrer zunächst den Staplerschein erwerben müssen. Sie lernen im Rahmen der Ausbildung auch den richtigen, sicheren Umgang mit dem Stapler und der Last. Es liegt in der Verantwortung des Staplerfahrers, den Hubstapler sicher zu steuern, die Sicherheitsanweisungen und Vorschriften zu kennen und auch zu beachten. Entdeckte oder verursachte Mängel oder Schäden am Stapler oder anderen Betriebseinrichtungen unmittelbar zu melden.

Mitarbeiter und die Verantwortung im Betrieb

Wer als Staplerfahrer seine Verantwortung nicht erfüllt, ist verantwortlich für die sich ergebenden Folgen. Er wird zur Verantwortung gezogen. Als Beispiel: Wer den Stapler verlässt und die Feststellbremse nicht betätigt, ist für den wegrollenden Stapler und den sich hieraus ergebenden Unfall verantwortlich und muss in der Folge dafür haften.

Auf Unternehmerseite kann die Verantwortung zumindest teilweise delegiert und übertragen werden. Der Unternehmer kann Personen benennen (und vertraglich verpflichten), die für die Einhaltung von Arbeitssicherheitsvorgaben z. B. im Lager, verantwortlich sind. Der Unternehmer hat sich regelmäßig davon zu überzeugen, dass die Verantwortlichen ihre Tätigkeiten in seinem Sinne ausführen und alle geltenden Vorschriften beachten.

Der Staplerfahrer hat keinerlei Möglichkeit, seine Verantwortung zu delegieren. Die Verantwortung, seinen Stapler vorausschauend, vorschriftsgemäß zu steuern, kann nur der Fahrer selbst übernehmen. Dazu zählt auch, die unbefugte Nutzung des Staplers durch das Abziehen des Schlüssels zu verhindern.
Jeder Unternehmens-Mitarbeiter haftet für seinen Verantwortungsbereich, ist also juristisch gesehen der Garant für seine sicherheitsgerechte Arbeit.
Der Unternehmer haftet für den sicheren Zustand des Betriebes und der dort eingesetzten Arbeitsmittel, während der Beschäftigte für den sicheren Umgang mit den Arbeitsmitteln haftet.

 

Die Frage der Schuld

Die juristische Größe ‚Haftung‘ ist an eine Voraussetzung geknüpft – an die Schuld. In Haftung kann nur jemand genommen werden, bei dem ein vorwerfbares Verhalten vorliegt – ein Verschulden des Betroffenen.

Die Haftung ist in der Regel mit Konsequenzen verbunden, die meist finanzieller Art sind. Aus diesem Grund werden Haftungsfragen häufig vor Gericht abgeklärt.
Eine betriebliche Haftung – und damit die Schuldfrage bei Unfällen im Betrieb – wird vor Gericht anhand von folgenden Kriterien geprüft:

Tatbestand: Hier wird zunächst geprüft, ob zwischen dem Verhalten des Schädigers und dem Schaden ein Zusammenhang besteht. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Verhalten aktiv durch eine Handlung – oder passiv durch eine Unterlassen zu dem Schaden geführt hat. Allerdings haftet bei einer Unterlassung nur derjenige, der für die Sache (z. B. den Stapler oder Arbeitsbereich) verantwortlich ist (Garantenstellung).
Sorgfaltspflichtverletzung: Hier wird geprüft, ob der Unfall durch einen Verstoß gegen Vorschriften entstanden ist und ob bei Beachtung der Vorschriften der Unfall/Schaden hätte vermieden werden können.
Rechtfertigungsgrund: Im nächsten Schritt erfolgt die Prüfung, ob der Schädiger für sein Verhalten einen Rechtfertigungsgrund vorbringen kann. Das wäre etwa dann gegeben, wenn das schädigende Verhalten aus Notwehr oder zur Gefahrenabwehr erfolgt wäre. Im betrieblichen Umfeld ist das jedoch meist nicht der Fall.
Schuld und Verschulden: Um juristisch von einem Verschulden sprechen zu können, müssen Tatbestand und Sorgfaltspflichtverletzung dem Schädiger persönlich vorzuwerfen sein. Ist das nicht der Fall, liegt kein Verschulden vor, was die Haftung erheblich einschränkt.

Fahrlässigkeit und Vorsatz

Bei Fragen der betrieblichen Haftung sind zwei Formen des Verschuldens relevant: Fahrlässigkeit und Vorsatz.
Fahrlässigkeit wird ungefähr wie folgt definiert: „Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt“. Unter Verkehr ist hier jede Handlung zu verstehen, auch das Unterlassen von erforderlichen Handlungen. Wer einen Hubstapler fährt, handelt dann fahrlässig, wenn er die regelmäßige Überprüfung des Staplers vor Arbeitsbeginn aus Zeitgründen nicht durchführt und dann aufgrund eines Defektes am Gerät einen Unfall verursacht. Denn dies stellt eine Verletzung der Sorgfaltspflicht dar – ein Indiz für schuldhaftes Verhalten.
Wenn eine objektive Sorgfaltspflichtverletzung vorliegt (z. B. ein Verstoß gegen die Unfallverhütungsvorschriften), ist anschließend zu prüfen, ob eine subjektive Sorgfaltspflichtverletzung vorliegt, die zu einer persönlichen Haftung des Schädigers führt.
Eine solche subjektive Sorgfaltspflichtverletzung liegt immer dann vor, wenn die folgenden drei Voraussetzungen gegeben sind:

• Der Eintritt eines Schadens ist voraussehbar gewesen.
• Der Schaden hätte vermieden werden können.
• Die Vermeidung des Schadens war dem Schädiger zuzumuten.

Die Frage, wie stark eine solche Sorgfaltspflichtverletzung wiegt und welche Strafen sich daraus ableiten, hängt auch vom Grad der Fahrlässigkeit ab, wobei die Grenzen zwischen Fahrlässigkeit und Vorsatz fließend sind. Strafen können sowohl zivilrechtlicher (Schadenersatz, Schmerzensgeld) als auch strafrechtlicher Natur (Freiheitsstrafe) sein, wobei eine strafrechtliche Relevanz meist den Nachweis des Vorsatzes voraussetzt.
Vorsatz ist aber nicht erst anzunehmen bzw. gegeben, wenn ein Schaden willentlich herbeigeführt wird, sondern bereits dann, wenn er billigend in Kauf genommen wird. Wer also um eine Gefährdung weiß und sich dennoch nicht so verhält, dass die Gefährdung ausgeschlossen werden kann, handelt vorsätzlich, selbst wenn er hinterher vom Ausmaß des Schadens überrascht wird. Die persönlichen Konsequenzen sind dann erheblich drastischer – insbesondere dann, wenn durch das eigene Fehlverhalten nicht nur Sach-, sondern auch Personenschaden entstanden ist. Die Folgen reichen von arbeitsrechtlichen Konsequenzen wie Abmahnung oder Kündigung über zivilrechtliche Konsequenzen bis hin zu strafrechtlicher Verfolgung.


Stapeln ohne Staplerschein – ein Traum oder Angsttraum

Stapeln ohne Staplerschein – ein Traum oder Angsttraum

Die Mitteilung einer namhaften Herstellerfirma von Hubstaplern hat Potenzial für breitere Diskussionen. Die Firma hat eine Serie an Hochhubwagen mit Gegengewicht überarbeitet. Die Geräte sollen jetzt eine führerscheinfreie Alternative zu den staplerscheinpflichtigen Gegengewichtsstapler bilden“.

 

Kinderspiel oder erhöhtes Risiko?

Nach Aussagen der Firma wird das Aufnehmen von Paletten und anderen Ladungsträgern mit dem Hochhubwagen zum Kinderspiel. Das Ganze soll bei einer Tragkraft von bis zu 2.000 Kilogramm und einer Hubhöhe bis zu 5,46 Meter die Arbeitsabläufe – Heben und Senken – spürbar vereinfachen. Der neue Hochhubwagen soll nach Aussagen des Herstellers den Warenfluss optimieren und so flexibel sein wie das berühmte „Schweizer Messer“.

 

Ein Gerät der Superlative

  • Der neue Hochhubwagen soll ermüdungsfrei arbeiten, freie Sicht gewähren und mit nur einer Hand zu führen sein.
  • Eine optionale Tragfähigkeitsanzeige zeigt dem Fahrer nicht nur die aktuelle Hubhöhe an, sie zeigt auch die dazugehöriger Resttragfähigkeit.
  • Kurvensicheres Fahren: die ‚Curve Speed Control‘ passt die Kurven-Geschwindigkeit automatisch an den Lenkwinkel an.
  • Der Hochhubwagen lässt sich bestens online verwalten. Er eignet sich bei guter Kontrollmöglichkeit für mehrere Fahrer.
  • Die Hubhöhe beträgt bis zu 5.466 mm – Tragkraft bis zu 2.000 kg, zum Einsatz kommt ein kraftvoller, zuverlässiger Drehstrom-Motor.
  • Der Hubwagen ist für alle herkömmlichen Paletten-Arten und alle Ladungsträger einsatzfähig.

 

Jetzt könnte es kritisch werden

Allgemein betrachtet, würde zum Führen eines Gabelstaplers eine entsprechende Ausbildung in Theorie und Praxis benötigt.  Mitgänger-Stapler dürfen bei einer Geschwindigkeit bis 6 km/h, einer Hubhöhe von knapp 5,50 m und einer Tragkraft von 2.000 kg in vielen Ländern schon nach „kurzer betriebsspezifischer Unterweisung“ auch ohne Staplerschein bedient werden.

Risiko bleibt Risiko

Das stellt die Frage in den Raum: Darf man das Rest-Risiko, dass eigentlich immer noch weiter besteht, wirklich ohne Wenn und Aber vernachlässigen – einfach ignorieren? Die Antwort darauf sollte ein NEIN sein. 2.000 Kilogramm in etwa 5,50 Meter über Grund bilden immer einen Risiko-Faktor – mit oder ohne Staplerschein.

Allerdings darf man da von ausgehen, dass „mit“ dem Staplerführer das Risiko – dank der Ausbildung in Theorie und Praxis – immer bewusst sein wird und entsprechend handelt. Es darf nicht sein, dass Führern von Staplern eine Verantwortung aufgebürdet wird, die sie nach einer „kurzen betriebsspezifischen Unterweisung“ nicht überblicken, nicht abschätzen können. Es sollte nicht möglich sein, dass jeder ein fahrbares Arbeitsmittel führen darf, von dem selbst der Gesetzgeber sagt:

Zu bestimmten Arbeiten, die mit einer besonderen Gefahr für die damit Beschäftigten oder für andere ArbeitnehmerInnen verbunden sind, dürfen nur ArbeitnehmerInnen herangezogen werden, die über einen Nachweis der erforderlichen Fachkenntnisse verfügen“.

 

Zu diesen Tätigkeiten zählen:

 

  • das Führen folgender Krane:
  • flurgesteuerte Krane mit einer Tragfähigkeit von mehr als 50 kN,
  • Lauf- Bock- und Portalkrane, Säulendreh- und Wandschwenkkrane
  • Dreh- und Auslegerkrane
  • Fahrzeug- und Ladekrane mit einer Tragfähigkeit von mehr als 50 kN bzw. einem Lastmoment von mehr als 100 kNm,
  • Sonderkrane (Kabel-, Rohrleger-, Schwimm-, Gieß-, Stripper-, Blockwende-, Chargier-, Hütten-, Hafenmobil- und Schienenkrane)
  • das Führen von Hubstaplern, ausgenommen Hubstapler, die ihre Last ausschließlich innerhalb der Radbasis aufnehmen und befördern bzw. deichselgeführte Stapler,
  • Arbeiten im Rahmen des Einsatzes von Gasrettungsdiensten,
  • die selbständige Durchführung von Sprengarbeiten,
  • Taucharbeiten (allgemeine Taucharbeiten, Forschungstaucharbeiten, Tätigkeit als Signalperson)
  • Vorbereitung und Organisation von Arbeiten unter Hochspannung (Arbeiten an elektrischen Starkstromanlagen unter Wechselspannungen über 1 kV oder Gleichspannungen über 1,5 kV),
  • bühnentechnische Vorbereitungs- und Organisationsarbeiten,
  • beleuchtungstechnische Vorbereitungs- und Organisationsarbeiten
  • Arbeiten als Sicherungsposten, als Sicherungsaufsicht, oder als Betriebsleiter im Eisenbahnbereich.

 

 

Für die oben genannten Tätigkeiten ist die Art und der Umfang der Ausbildung in den ArbeitnehmerInnenschutzbestimmungen detailliert vorgeben. Diese Ausbildungen dürfen nur durch entsprechende Ausbildungseinrichtungen vermittelt werden.

 

Nachweis der Fachkenntnisse

  • 63. (1) Der Nachweis der Fachkenntnisse gemäß § 62 ist durch ein Zeugnis einer hierfür in Betracht kommenden Unterrichtsanstalt oder durch ein Zeugnis einer anderen Einrichtung zu erbringen, die hierzu vom Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz ermächtigt wurde.

 

Fachkenntnisausbildungsgebiete

  • 6. Die Ausbildung muss je nach Ausbildungsgebiet mindestens die nachfolgend angeführte Gesamtzahl an Unterrichtseinheiten (einschließlich praktischer Übungen) umfassen:

 

Ausbildungsgebiet gemäß § 6 Z 2

FÜHREN VON HUBSTAPLERN

Ausbildungsinhalte Unterrichtseinheiten
1. Grundbegriffe der Mechanik und Elektrotechnik 4
2. Aufbau und Arbeitsweise von Hubstaplern, mechanische und elektrische Ausrüstung von Hubstaplern 4
3. Sicherheitseinrichtungen von Hubstaplern 2
4. Betrieb und Wartung von Hubstaplern 3,5
5. Arbeitnehmerschutzvorschriften, sonstige Rechtsvorschriften, Normen und Richtlinien zum sicheren Führen von Hubstaplern 4
Mindestanzahl Unterrichtseinheiten (UE Theorie) 17,5
Frei gestaltbare UE 2
Praktische Übungen 1
GESAMTZAHL UE 20,5

 

Wir vertreten die Ansicht, dass sich das Ausbildungssystem inklusive der aufwendigen Vorschriften bisher bestens bewährt hat. Es war und ist vor allem Basis für Sicherheit beim Betrieb von Hubstaplern. Ein Grund, an diesem System herumzuexperimentieren und den Faktor Sicherheit zu vernachlässigen, besteht nicht.

 

 

 

 


Stopp – Fahren ohne Staplerschein nicht erlaubt

Staplerschein

Stopp – Fahren ohne Staplerschein nicht erlaubt

Um mit einem Hubstapler fahren zu dürfen, bedarf es grundsätzlich eines speziellen Flurfördermittelscheins. Dieser wird umgangssprachlich auch Staplerschein genannt. Im Gegensatz zum normalen Kfz-Führerschein ist es beim Staplerschein notwendig, dass der Inhaber Jahr für Jahr an einer besonderen, betrieblichen Unterweisung teilnimmt. Der Besitz des Kfz-Führerscheins ist nicht Voraussetzung den Staplerschein machen zu können.

Technisches Verständnis, Vor- und Umsicht bilden die Basis

Hubstapler zählen zu den selbstfahrenden Arbeitsgeräten. Ihr Einsatzgebiet ist vornehmlich die Logistikbranche. Unternehmen, die Hubstapler zum Einsatz bringen, müssen Mitarbeiter (w/m) mit gültigem Staplerschein beschäftigen.

Einen Hubstapler durch enge Regalreihen zu steuern, schwere Lasten mit ihm in hohe Regale zu platzieren, setzt nicht nur Geschick voraus. Entsprechend umfassend ist die Ausbildung zum Hubstaplerfahrer, dafür sollten gewissen Voraussetzungen erfüllt werden:

• Eine der Grundbedingungen ist das Verständnis der physikalischen Gesetzmäßigkeiten, Schwer- und Fliehkräfte, Beschleunigung von Masse etc.
• körperliche Beweglichkeit, schnelles Reaktionsvermögen, gutes Sehen und angemessenes Hörvermögen werden vorausgesetzt,
• das vollendete 18. Lebensjahr ist Voraussetzung, um nach Abschluss des Kurses für den Staplerschein, zur Prüfung zugelassen zu werden.

Unhandliche Güter – mit Feingefühl bewegt

Vertrauenerweckend wirkt es nicht, wenn sich die klein bemessenen, schwergewichtigen Hubstapler durch die engen Regalreihen zwängen und dabei noch Lasten auf Paletten in die Hochregale befördern. Wenn diese Arbeitsgeräte wieselflink LKWs an schmalen Rampen ent- oder beladen. So manche Situation wirkt grenzwertig und unfallträchtig und die offiziellen Unfallstatistiken bestätigen das hohe Unfallrisiko der Hubstaplerfahrer.

Fahren ohne Staplerschein

Ohne Staplerschein zu fahren, ist für den Fahrer ein nicht abschätzbares Risiko. Die Unfallzahlen und die Untersuchungen dazu besagen, fast zwei Drittel der Staplerfahrer-Unfälle werden durch mangelhaft geschulte Fahrer verursacht. Der dabei entstehenden Personen- und Sachschaden kann schnell zum riesigen Problemfall werden, kann sich die Fahrt ohne Staplerschein für den Betroffenen unberechenbar zu einem finanziellen Risiko auswachsen. Wird ohne Staplerschein gefahren und liegt keine innerbetriebliche schriftliche Beauftragung vor, kommt weder die Haftpflichtversicherung noch die AUVA für den angerichteten Schaden auf. Der Hubstaplerfahrer wird buchstäblich von einer Kostenlawine überrollt.