Tipps für Hubstaplerfahrer – Sicherheit hat stets Vorrang

Tipps für Hubstaplerfahrer – Sicherheit hat stets Vorrang

 

Gemessen an der Zahl der im Einsatz befindlichen Hubstapler, sind die Unfallzahlen hinnehmbar. Doch wie dem auch immer sei, jeder Unfall ist einer zu viel. Meist geschehen sie aus Unachtsamkeit und resultieren aus Fahrfehlern des Fahrers, der ist dafür verantwortlich. Schon Sekundenbruchteile der Unachtsamkeit können einen Unfall mit dem Hubstapler provozieren.

 

Rückwärtsfahren, wenn die Last die Sicht versperrt

Die Konstruktion der Hubstapler schränkt die Sicht nach vorne ein. Wird dazu noch eine hochbeladene Palette transportiert, wird das Sichtfeld zusätzlich einschränkt und erhöht die Unfallgefahr. Besser ist es dann rückwärtszufahren. Ist das aus den Gegebenheiten nicht möglich, muss ein Kollege als Einweiser fungieren.

 

Gekonnt einweisen

Reicht die Sicht nicht aus, sollten ein Kollege die Einweisung übernehmen. Es ist darauf zu achten, dass der Einweiser der Aufgabe gewachsen ist und jederzeit Sicht- oder Rufkontakt zu ihm besteht. Vorher gemeinsam eindeutige Signale vereinbaren. Immer daran denken: Trotz Einweiser ist und bleibt der Fahrer in der Verantwortung, dass nichts passiert.

 

Was der Stapler heben kann, zieht er auch

Wenn mit dem Hubstapler ein Waggon oder andere Fahrzeuge gezogen werden sollen, ist vorher zu prüfen, ob die Bremsen des Staplers stark genug wirken, um den zusammengestellten Zug zum Stehen zu bringen. Vor Fahrtbeginn kontrollieren, dass sämtliche Anhänger ordnungsgemäß verbunden sind.

 

Rampen oder Ladebrücken sicher befahren

Immer vorher prüfen, ob Rampen oder Brücken genügende Breite haben und ausreichend tragfähig sind. Dabei nicht nur das Gewicht des Hubstaplers, sondern auch die Last bedenken. Vor der ersten Belastung sich davon überzeugen, dass Rampe oder Brücke gegen Abrutschen gesichert ist.

 

Verkehrszeichen richtig deuten

Auch im Betrieb können Verkehrszeichen aufgestellt sein. Verbotszeichen – erkennbar an einem schwarzen Piktogramm auf einem runden Schild mit weißem Hintergrund, dickem roten Rand und roten Querbalken. Sie untersagen Verhalten, durch das eine Gefahr entstehen kann. Blaue runde Schilder mit weißen Piktogrammen sind hingegen Gebotszeichen und weisen auf erforderliche Schutzeinrichtungen hin.

 

Kippbehälter und der Schwerpunkt

Seitenkippgeräte für den Transport von Flüssigmetall finden sich oft in Gießereien. Drehpunkt des Behälters und Ausgussöffnung liegen nahe beieinander, während der Fahrt müssen die Kippsicherungen immer eingelegt sein. Bei Seitwärtsbewegungen der Gabel ist Umsicht gefordert, da der Schwerpunkt sich hierbei immer weiter von der Fahrzeugmitte weg zur Seite verlagert.

 

Ladestationen erfordern besondere Aufmerksamkeit

Beim Laden von Blei-Säure-Batterien entsteht ein hochexplosives Gasgemisch. Rauchen, offenes Feuer und der Umgang mit Zündquellen sind an der Ladestation verboten. Batteriesäure ist stark ätzend, daher ist beim mit derartigen Batterien Schutzkleidung zu tragen.

 

 

Etwas Physik sollte der Staplerfahrer verstehen

Beim Anfahren, Bremsen oder zügigen Kurvenfahrten entstehen Kräfte, die einen Hubstapler instabil machen. Daher in Kurven langsam fahren, nur bei Geradeausfahrt beschleunigen und abruptes Bremsen vermeiden, besonders, wenn Last transportiert wird.

 

Kleiner Kurvenradius –große Fliehkraft

Kurven angemessen langsam mit einem weiten Radius fahren. So wird verhindert, dass der Hubstapler von Fliehkräften aus der Kurve getragen wird. Immer daran denken: Ein Verdoppeln der Kurvengeschwindigkeit, vervierfacht die Fliehkräfte und die Kippgefahr steigt überdimensional an.

 

Beide Hände gehören ans Lenkrad

Auf dem Staplersitz ist es wie in einem Auto: Der Fahrer muss jederzeit auf Unvorhersehbares reagieren können. Darum dürfen Fahrer während der Fahrt weder Essen noch Getränke zu sich nehmen – und nur dann mit dem Smartphon telefonieren, wenn der Stapler sicher steht.

 

Ob der Stapler kippt, hängt nicht von seiner Tragfähigkeit ab

Bei Kurvenfahrten entstehen Fliehkräfte, durch sie kann der Hubstapler schnell die Bodenhaftung verlieren und kippen. Das gilt für Elektrostapler ebenso wie für große Dieselstapler – sie sind eben nicht geeignet, um sportlich in der Kurve zu fahren.

 

Hängende Lasten – besondere Vorsicht

Kombiniert mit einem Kranarm-Anbaugerät kann ein Hubstapler auch hängende Lasten transportieren. Das führt jedoch zu einem höheren Schwerpunkt der Last und damit zu einer Verringerung der Standsicherheit. Achten Sie daher immer darauf, dass die Last sicher angeschlagen ist und sich die Anschlagmittel nicht verschieben oder lösen können – und reduzieren Sie die Fahrgeschwindigkeit.

 

Umgang mit feuerflüssigen Massen

Feuerflüssige Massen, flüssige Metalle tragen ein erhebliches Gefahrenpotenzial in sich. Beim Transport höchstens Schrittgeschwindigkeit fahren und nur die vorgesehenen Verkehrswege benutzen. Blendet eine Last, hilft keine Sonnenbrille, sondern nur das langsame Rückwärtsfahren.

 

Vorfahrtsregeln gelten auch innerbetrieblich

An Kreuzungen oder Einmündungen von verschiedenen Verkehrswegen muss die Vorfahrt geregelt werden. Oft gelten die allgemeinen Vorfahrtsregeln der StVO (rechts vor links, Verkehrszeichen). In einigen Betrieben gibt es jedoch eigene Regeln. Sich darüber vor Fahrtbeginn informieren – möglich in der Betriebsanweisung – erspart Ärger.

 

Der Stapler im Aufzug

Es gibt Betriebe mit Aufzügen, die für Hubstapler freigegeben sind. Erst einfahren, wenn Aufzugsboden und Fahrbahn auf gleicher Höhe sind. Das Fahrzeug immer mittig im Fahrkorb abstellen. Feststellbremse festanziehen und vom Stapler absteigen – den Aufzug zu bedienen.

 

Sicherheit auf Gleisanlagen

Schienenfahrzeuge haben generell Vorfahrt. Langsam an Gleisanlagen heranfahren und bremsbereit bleiben. Beim Überqueren von Gleisanlagen sowohl auf möglichen Zugverkehr als auch auf die Fahrbahn achten und die Fahrgeschwindigkeit an mögliche Unebenheiten anpassen.

 

Vorsicht bei elektrischen Leitungen und Anlagen

Hubstaplerfahrern sollten die fünf goldenen Regeln zum Schutz vor Stromschlägen bekannt sein und auch beachtet werden:
Elektrische Anlagen freischalten – gegen Wiedereinschalten sichern – Spannungsfreiheit feststellen lassen, erden und kurzschließen – sowie benachbarte, unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken. Vorgegebene Sicherheitsabstände sind einzuhalten, auch mit angehobener Gabel.

 

Bei Zwillingsarbeiten – besondere Sicherheitsregeln beachten

Lade- oder Transportarbeiten mit zwei Hubstaplern sind bei Langgütern kaum zu vermeiden. Es ist darauf zu achten, dass das Transportgut sich nicht durchbiegen oder abrutschen kann, nötigenfalls Hilfsmittel wie Paletten verwenden, um die Last sicher zu transportieren. Jeder Stapler sollte eine Tragfähigkeit von mindestens 2/3 des gesamten Lastgewichtes besitzen.

 

Ob die Last rutscht, hängt nicht vom Gewicht ab

Nie lose Einzelteile mit der Last mitnehmen, sie kommen bei Kurvenfahrten oder Bremsmanövern schnell ins Rutschen. Es spielt keine Rolle, ob das Teil leicht oder schwer ist – auch schwere Teile kommen schnell ins Rutschen – gefährlich für Passanten oder die Lagereinrichtung.

 

Bergab geht es immer schneller

Bei Fahrten auf Gefällestrecken kann sich die Geschwindigkeit unfreiwillig erhöhen, so die Unfallgefahr steigern. Daher eine geringe Ausgangsgeschwindigkeit wählen, die Motorbremse nutzen, bergab nicht auskuppeln und auch den Fahrantrieb nicht abschalten, um jederzeit die Geschwindigkeit zu kontrollieren.

 

Nachsatz

Es ist zu begrüßen, wenn Fachleute ihre Erfahrungen sammeln und an nachfolgende Arbeitnehmer weitergeben, so können sie den unerfahrenen Neulingen manche böse Überraschung ersparen, Unfälle verhindern.

www.staplerschein-oesterreich.at

Staplerschein Österreich