Betriebsanweisung Hubstapler ÔÇô Sicherheitsregeln rundum

Betriebsanweisung Hubstapler ÔÇô Sicherheitsregeln rundum

In ├ľsterreich sind Betriebsanweisungen nur f├╝r eine ausgew├Ąhlte Gruppe von Arbeitsmitteln gesetzlich vorgeschrieben. Wichtige Vorteile sprechen jedoch daf├╝r, diese generell zu erstellen.

Es ist durchaus empfehlenswert ÔÇô auf freiwilliger Basis ÔÇô Betriebsanweisungen auch f├╝r Maschinen und andere Arbeitsmittel, f├╝r den Umgang mit gef├Ąhrlichen Stoffen und f├╝r Arbeitsprozesse generell zu erstellen.

In ├ľsterreich sind Betriebsanweisungen in der Arbeitsmittelverordnung BGBl. II 164/2000 i.┬ád.┬ág.┬áF. geregelt. Schriftliche Betriebsanweisungen sind ausschlie├člich f├╝r folgende Ger├Ąte zu erstellen:

  • Krane (┬ž 19)
  • Selbstfahrende Arbeitsmittel (┬ž 23)
  • Ger├Ąte f├╝r autogenes Schwei├čen, Schneiden und verwandte Verfahren (┬ž 26)
  • Bolzensetzger├Ąte (┬ž 29)

Die vorgeschriebenen Inhalte der Betriebsanweisung sind in den entsprechenden Paragrafen der Arbeitsmittelverordnung geregelt.

 

Experte f├╝r selbstfahrende Arbeitsmittel

Martin Fuchshofer ist Meister f├╝r Maschinen und Fertigungstechnik, Ausbildungsleiter der Bildungseinrichtung ÔÇ×Ausbildung f├╝r das F├╝hren von HubstaplernÔÇť ÔÇô Experte und Sachverst├Ąndiger f├╝r den Bereich Hubstapler, der auch wei├č, worauf es bei der Betriebsanweisung ankommt ÔÇô Staplerschein ├ľsterreich, G├Âssendorf, Steiermark.

Ausbildungsleiter Mst Fuchshofer Martin

Stellt sich die Frage: Was ist eine Betriebsanweisung?

W├Ąhrend eine Betriebsanleitung nur Herstellerinformationen ├╝ber den richtigen Umgang, die richtige Verwendung eines Arbeitsmittels gibt ÔÇô regelt die Betriebsanweisung die Verwendung und den Sicherheitsanspruch im konkreten betrieblichen Umfeld. Basierend auf den Angaben des Herstellers zeigt eine Betriebsanweisung m├Âgliche Gefahren auf, die von einem Arbeitsmittel oder einem Arbeitsstoff ausgehen k├Ânnen und definiert entsprechende Schutzma├čnahmen im Umgang mit dem Arbeitsmittel bzw. -stoff.

 

Vorteile einer Betriebsanweisung

Betriebsanleitungen und/oder Sicherheitsdatenbl├Ątter haben h├Ąufig den Nachteil: Sie sind umfangreich, sind schwierig zu lesen und meist auch un├╝bersichtlich. Soll hei├čen, die Herstellerangaben sind f├╝r den Arbeitsplatz selbst nur bedingt brauchbar.

Eine gut verfasste Betriebsanweisung ist eine kompakte, ├╝bersichtliche und gut lesbare Vorlage, bietet zugleich Hilfestellung, welche sicherheitsrelevanten Aspekte beachten werden m├╝ssen und wie mit einem bestimmten Arbeitsmittel oder -stoff umzugehen ist. Der Inhalt der Betriebsanweisung ist kompaktes Wissen, der Umfang sollte zwei Seiten nicht ├╝berschreiten.

Selbstfahrende Arbeitsmittel, Ladevorrichtungen

  • 23. (1) Durch geeignete Ma├čnahmen ist f├╝r eine sichere Abwicklung des innerbetrieblichen Verkehrs mit selbstfahrenden Arbeitsmitteln zu sorgen. Insbesondere sind geeignete Ma├čnahmen festzulegen und durchzuf├╝hren, um eine Gef├Ąhrdung der ArbeitnehmerInnen durch Umkippen, ├ťberrollen, Wegrollen oder Ansto├čen des Arbeitsmittels oder durch einen Zusammensto├č von Arbeitsmitteln und einen Gefahr bringenden Kontakt von ArbeitnehmerInnen mit dem Arbeitsmittel zu verhindern.

(2) F├╝r die Benutzung von selbstfahrenden Arbeitsmitteln sind unter Ber├╝cksichtigung der betrieblichen Gegebenheiten schriftliche Betriebsanweisungen zu erstellen. F├╝r die Einhaltung der Betriebsanweisungen ist zu sorgen. Durch diese Betriebsanweisungen sind die notwendigen Ma├čnahmen im Sinne des Abs. 1 festzulegen, insbesondere Sicherheits- und Verkehrsregeln.

  1. f├╝r das Aufnehmen, die Sicherung, den Transport und das Absetzen von Lasten,
  2. f├╝r das Be- und Entladen des Arbeitsmittels,
  3. gegebenenfalls f├╝r den Transport von Personen,
  4. gegen die Inbetriebnahme des Arbeitsmittels durch Unbefugte,
  5. f├╝r den Fahrbetrieb,
  6. f├╝r die In- und Au├čerbetriebnahme.

 

(3) Wird ein selbstfahrendes Arbeitsmittel auch f├╝r das Heben von Lasten eingesetzt, so ist in der Betriebsanweisung nach Abs. 2 auch auf die Anforderungen nach ┬ž 18 Abs. 2 bis 8 Bedacht zu nehmen.

(5) Der Sicherheit dienende Vorrichtungen von Fahrzeugen, wie Bremsen, Beleuchtung und Warneinrichtungen, sind t├Ąglich bei der erstmaligen Inbetriebnahme durch die LenkerInnen zu ├╝berpr├╝fen.

(6) ArbeitnehmerInnen d├╝rfen nur auf sicheren und f├╝r diesen Zweck ausger├╝steten Pl├Ątzen bef├Ârdert werden.

(7) Soweit sich aus ┬ž 35 Abs. 1 Z 2 ASchG in Verbindung mit der Bedienungsanleitung nicht etwas anderes ergibt, darf die Fahrgeschwindigkeit 2,5 m/s nicht ├╝berschreiten, wenn ArbeitnehmerInnen Arbeiten von selbstfahrenden Arbeitsmitteln aus durchf├╝hren m├╝ssen.

(8) Besteht die Gefahr eines Brandes durch selbstfahrende Arbeitsmittel oder Ladungen, sind die Arbeitsmittel mit entsprechenden Brandbek├Ąmpfungseinrichtungen auszur├╝sten. Dies gilt nicht, wenn am Einsatzort ausreichend nahe Brandbek├Ąmpfungseinrichtungen vorhanden sind.

 

(9) F├╝r die Verwendung von Ladevorrichtungen, wie Gleitschienen, Gleitpfosten oder Ladebr├╝cken, gilt Folgendes:

  1. Sie d├╝rfen nur verwendet werden, wenn sie gen├╝gend tragf├Ąhig sind.
  2. Sie sind gegen Abrutschen, unzul├Ąssiges Durchbiegen, unbeabsichtigtes Verschieben und Umkanten zu sichern.
  3. Es d├╝rfen nur Ladebr├╝cken verwendet werden, von denen Fl├╝ssigkeiten leicht abflie├čen k├Ânnen.
  4. Bereiche unter Ladevorrichtungen sowie Bereiche zwischen Gleitschienen und Gleitpfosten d├╝rfen w├Ąhrend des Transportes von Lasten nicht betreten werden.

Betriebsanweisung und Unterweisung

Eine gute Betriebsanweisung kann zugleich eine gute Unterlage und Grundlage f├╝r die Unterweisung der Arbeitnehmer werden. Wird anhand der Betriebsanweisung unterwiesen, ist dies auch gleich der Nachweis ├╝ber die Inhalte der Unterweisung.

Quelle:

https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20000727